Pickup-Segment Tesla muss Cybertruck-Start erneut verschieben

Pickups sind nicht nur gefragt, sondern auch ein profitables Segment im Automarkt in den USA. Jetzt muss Tesla erneut den Produktionsstart seines "Cybertruck" verschieben und könnte Kunden an Wettbewerber wie Ford und Rivian verlieren.
Angeblich 200.000 Vorbestellungen: Im November 2019 mit viel Tamtam angekündigt, muss Tesla-Chef Elon Musk den Produktionsstart des "Cybertruck" nun ein zweites Mal verschieben

Angeblich 200.000 Vorbestellungen: Im November 2019 mit viel Tamtam angekündigt, muss Tesla-Chef Elon Musk den Produktionsstart des "Cybertruck" nun ein zweites Mal verschieben

Foto: Ringo H.W. Chiu / AP

Kaum ein Autotyp steht mehr für die US-amerikanische Kultur wie ein Pickup. Noch immer scheinen die bulligen Autos die Fantasie der Investoren zu beflügeln, selbst wenn sie elektrisch angetrieben werden – oder gerade dann. Autoindustrie-Urgestein Ford hat an der Börse just die 100-Milliarden-Dollar-Schwelle überschritten, nicht zuletzt wegen Fords elektrischem Pickup F-150. Darüber mag Tesla-Chef Elon Musk (50) lächeln, ist Tesla doch gut das Zehnfache an der Börse wert. Doch spiegelt die Börse bekanntlich künftige Erwartungen wider. Und während bei Ford viel Fantasie und Optimismus im Spiel ist, gibt es von Tesla erneut schlechte Nachrichten: Die schon lange angekündigte Produktion des Tesla-Pick-ups "Cybertruck" verschiebt sich erneut.

Musk hatte das futurisch anmutende Gefährt bereits im Jahr 2019 vorgestellt und wenig später verkündet, es lägen bereits 200.000 Bestellungen vor. Ursprünglich sollte die Produktion im vergangenen Jahr starten, wurde dann auf Ende 2022 verschoben. Nun sollen erste Exemplare irgendwann im ersten Quartal 2023 vom Band rollen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters  unter Berufung auf Insider. Der Elektroautopionier wolle Eigenschaften und Funktionen des geplanten Pickups ändern, damit er im zunehmenden Wettbewerb in diesem Segment am Markt bestehen könne. Ganz offensichtlich traut man der aktuellen Version genau das nicht zu.

Wechseln enttäuschte Tesla-Fans zu Rivian oder Ford?

Viele Tesla-Fans werden also noch lange auf einen E-Pickup warten müssen. Denn Musk will die Fahrzeuge zunächst in begrenzter Stückzahl herstellen und dann die Produktion hochfahren – wie viel Unwägbarkeiten und Probleme eine Massenproduktion zu Beginn bereiten kann, hatte Tesla schmerzhaft bereits beim Model S und später auch beim Model 3 erfahren müssen. Auch bei der geplanten Fabrik im brandenburgischen Grünheide läuft es nicht rund. 

Gut möglich, dass die 200.000 potenziellen Cybertruck-Käufer so lange nicht mehr ausharren wollen und doch lieber auf einen Pickup von Ford oder des Newcomers Rivian setzen. Beide sind Tesla in diesem als profitabel geltenden Segment voraus: Ford will seine Kunden noch im laufenden Jahr beliefern, Rivian liefert seinen R1T bereits aus – auch wenn das Start-up das Ziel von 1200 E-Pick-ups im vergangenen Jahr verfehlte. Nicht zuletzt dürfte General Motors mit seinem E-Pickup "Silverado" ab Frühjahr 2023 ebenfalls Käufer anlocken.

Tesla reagierte am Freitag nicht auf den Bericht zum erneut verschobenen Produktionsstart. Der Autobauer hatte aber kürzlich auf seiner Cybertruck-Bestellwebsite  einen Hinweis auf den Produktionsstart entfernt. Hieß es im vergangenen Monat noch, der Interessent könne seine Konfiguration fertigstellen, wenn die Produktion im Jahr 2022 anläuft, fehlt dieser Datumshinweis jetzt einfach.

rei
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