Dienstag, 17. September 2019

Software-Update für Tesla Model S Tesla brezelt Navi auf - und setzt auf Autopiloten

Tesla schärft sein Navi via Online-Update nach: Künftig werden Fahrer automatisch zur nächsten freien Ladesäule gelotst und können ihre Routen besser planen.

Tesla matcht sein Bordnavi schlauer und will so seinen Elektroauto-Fahrern die Furcht vor dem Liegenbleiben mit leerer Batterie nehmen. Per Software-Update integriert der Elektroauto-Hersteller neue Funktionen, die Fahrer rechtzeitig zur nächsten Ladestation lotsen. Ein Autopilot für Langstreckenfahrten folgt in einigen Monaten.

Die Ankündigung war ziemlich selbstbewusst: Vor wenigen Tagen hatte Tesla-Chef Elon Musk angekündigt, dass sein Unternehmen die "Reichweitenangst beenden" werde. Gestern Abend hat er die Details zu dem umfangreichen Software-Update präsentiert. Künftig warnt das Navigationssystem von Teslas Limousine Model S Fahrer mehrfach, wenn ihnen der Batteriestrom auszugehen droht und lotst sie rechtzeitig zur nächsten Ladestation.

Das aktualisierte Navi-System ermöglicht zudem eine bessere Reiseplanung. Im Hintergrund überprüft das System per Online-Verbindung, welche Stromtankstellen gerade überlastet und welche frei sind - und lässt diese Informationen in die Routenvorschläge und Zeitangaben einfließen.

Zudem berücksichtigt das Navi künftig bei der Routenplanung auch Informationen über Topografie und Windgeschwindigkeiten. Die Reichweiten-Anzeige wird dann entsprechend angepasst. Selbst wenn über das Navi kein Ziel eingegeben wurde, arbeitet das System im Hintergrund. Der Fahrer muss die Warnungen vor dem Liegenbleiben zwei Mal bestätigen, bevor er tatsächlich an die Grenzen der Reichweite gelangen kann.

Tesla zeigt der Branche, was per Online-Update alles möglich ist

"Sie müssen künftig nicht mehr vorausdenken oder irgendwelche Rechnungen anstellen", versprach Musk. "Es wird unmöglich sein, die Batterie leer zu fahren, außer man legt es absichtlich drauf an". Verfügbar ist das neue Navi-System für alle Model S-Fahrer.

Anders als in der Branche sonst üblich erfordert die Aktualisierung keinen Werkstattbesuch, sondern wird per Online-Verbindung direkt ins Auto eingespielt - wie bei Smartphones längst üblich. Bei den Aktualisierungen per Internet-Verbindung ist Tesla seinen Konkurrenten deutlich voraus. Bei den großen Autoherstellern sind solche Drahtlos-Updates bislang nur in begrenztem Umfang möglich. Für umfangreichere Aktualisierungen etwa des Navi-Kartenmaterials ist noch immer der Besuch einer Werkstatt oder der Anschluss eines physischen Datenträgers im Auto notwendig.

Mit der Aktualisierung erhalten die Tesla-Fahrer auch einen erweiterten Kollisionswarner und einen Assistenten,r vor Fahrzeugen im toten Winkel warnt.

Noch entspannender für Langstreckenfahrten wird jedoch ein Update, das Tesla in rund drei Monaten ausliefern will. Es soll Model S-Fahrern einen Autopiloten zur Verfügung stellen, mit dem das Auto laut Musk sebständig auf US-Autobahnen fahren kann. Seit September vergangenen Jahres baut Tesla die dafür notwendigen Ultraschall- und Radarsensoren sowie Kameras serienmäßig in seine Fahrzeuge ein.

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