Sonntag, 18. August 2019

US-Verbrauchermagazin streicht Kaufempfehlung für Model 3 Tesla hat ein Problem mit der Zuverlässigkeit

Tesla Model 3: Verbraucher beklagen Probleme mit Lack, Verkleidung, Elektronik und Scheiben

Bitter für Tesla. Gerade erreicht die Model-3-Welle Europa, da beklagen sich Verbraucher in den USA über diverse Probleme mit dem neuen E-Auto. Das einflussreiche Verbrauchermagazin "Consumer Reports" entzieht dem wichtigen Hoffnungsträger erneut die Kaufempfehlung und streicht die Marke Tesla gleich von seiner Top-Ten-Liste. Die Aktie knickt kräftig ein.

Es ist nicht das erste Mal, doch diesmal tut es weh - und vernichtet gehörig Aktienwert: 3,7 Prozent verloren die Aktien von Tesla, nachdem das einflussreiche US-amerikanische Verbrauchermagazin "Consumer-Reports" seine Kaufempfehlung für das Model 3 entzogen hat.

Schon einmal, im Oktober 2018, versagte das US-Pendant zur deutschen Stiftung Warentest dem Elektroauto die Kaufempfehlung - wegen eines viel zu langen Bremswegs. Seinerzeit aber war das Model 3 wegen vieler Anlaufschwierigkeiten vor allem ein milliardenschwerer Geldfresser und weit von einem massentauglichen Produkt entfernt.

Nun aber, wo eine Schiffsladung nach der anderen Europa erreicht, Tesla-Chef Elon Musk eine Produktion in China aufbauen und mit dem Auto endlich richtig Geld verdienen will, könnte diese Kritik viel größere Spuren hinterlassen. Genau diese Sorge spiegelte der Kursrutsch der Tesla-Aktie Börsen-Chart zeigen gestern Abend an der New Yorker Börse wider.

Das Magazin weist in seiner Kritik selbst noch einmal auf die großen Anlaufschwierigkeiten und hohen Erwartungen an das Fahrzeug hin. Die "kleine Sportlimousine" sei von den Käufern insgesamt zwar gut angenommen worden. Auch habe Tesla Börsen-Chart zeigen mit dem Modell sein Versprechen als äußerst konkurrenzfähige Sportlimousine weitgehend erfüllt und einen respektablen Teststand erzielt, "der nicht weit hinter dem Audi A4 und dem BMW 3er liegt".

Klagen über Lack, Verkleidung, Elektronik, Scheiben

Allerdings habe es eben auch viele Beschwerden von Besitzern gegeben, die von Lackproblemen, Problemen mit der Verkleidung und der Karosserie berichteten. Auch sollen sich einzelne Model-3-Besitzer über den großen Bildschirm im Auto beschwert haben.

"Der Touchscreen benahm sich zeitweise so, als würde jemand ihn an vielen verschiedenen Stellen gleichzeitig berühren", zitiert CR einen Verbraucher. Dies führe dazu, dass unverhofft Musik aufspiele, die Lautstärke stark ansteige und auch das Navigationssystem seinen Dienst nur unvollständig leiste.

Consumer Reports soll mit dem eigenen Model 3-Testfahrzeug ähnliche Überraschungen erlebt haben - so habe das in der Kälteperiode im Januar draußen abgestellte Fahrzeug unter andrem Risse in der Heckscheibe bekommen.

Keine Empfehlung für Model X, Marke Tesla nicht mehr auf Top-Ten-Liste

Zuverlässigkeit sei ein Schwachpunkt bei Tesla, schreibt das Magazin weiter und erinnert in diesem Kontext an zurückliegende Probleme beim Model S (mit der Aufhängung) oder an die Probleme mit den Flügeltüren beim Luxus-SUV Model X, das die Tester aktuell übrigens auch nicht empfehlen. So habe das Model 3 nicht nur seine Kaufempfehlung verloren, sondern auch die Marke Tesla ihren Platz auf der Top-Ten-Liste, die in den USA große Beachtung findet.

Tesla äußerte sich schriftlich gegenüber Consumer Reports: "Wir nehmen das Feedback unserer Kunden sehr ernst und setzen Verbesserungen schnell um, wenn wir von Problemen erfahren." Die "überwiegende Mehrheit" der von Kunden beklagten Mängel habe man bereits durch Verbesserungen bei der Fertigung korrigieren können. Das zeigten auch eigenen Erhebungen des Unternehmens.

Tesla reagierte damit deutlich professioneller als noch in der Vergangenheit, als Konzernchef Elon Musk sich in ähnlichen Fällen mit der Organisation rüde angelegt und ihre Integrität öffentlich pauschal in Frage gestellt hatte.

Consumer Reports befragt regelmäßig Fahrzeughalter online und erhebt dabei Daten von fast einer halben Million Autos. Die Verbraucher werden dabei zu möglichen Problemen mit ihrem Wagen in 17 unterschiedlichen Bereichen interviewt. In der aktuellen Umfrage zu Jahresbeginn hätten allein 500 Besitzer eines Model 3 die Fragen beantwortet.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung