Freitag, 6. Dezember 2019

Schlange stehen für ein Phantomauto Blind Date mit Tesla - was zum Teufel machen Sie in dieser Schlange?

Verkaufsstart für das Model 3 in Hamburg: Über das Auto ist noch so gut wie nichts bekannt
manager magazin online
Verkaufsstart für das Model 3 in Hamburg: Über das Auto ist noch so gut wie nichts bekannt

Es ist ein sonniger Frühlingsmorgen, der 31. März in Hamburg. Ein paar Aktentaschen-Träger huschen um kurz vor 10 Uhr noch in die Büros, vor dem Apple Store am Jungfernstieg haben sich bereits ein paar W-Lan-Nutzer versammelt.

Video abspielen
Bild: manager magazin online
Einige Hundert Meter weiter ist dagegen eine eher ungewöhnliche Menschenansammlung zu beobachten. Gut 50 Männer, Frauen und Kinder warten vor dem Tesla-Store, um ein Auto zu reservieren, das es noch nie zu sehen gab - das Model 3. Frühestens 2018 kommt das Fahrzeug nach Europa, doch hier und jetzt wollen die Fans knapp 1000 Euro auf den Tisch legen, um in der Warteliste möglichst weit oben zu stehen.

Große Probleme mit der langen Wartezeit haben die Leute hier (und anderswo) eher nicht. "So kann ich noch zwei Jahre weiter sparen", sagt Kay Steenhagen. Er hat bereits ein Elektroauto von Renault gekauft, den Zoe. "Den hatte ich damals schon drei Jahre vorher reserviert." Vom Model 3 erwartet er eine hohe Reichweite.

Nur wenige Eckdaten über das Auto sind bekannt

Den Menschen, die hier in der Schlange stehen, ist vollkommen bewusst, dass sie faktisch ein Blind Date mit Teslas neuem Wagen haben. Denn es sind nur wenige Eckdaten bekannt, etwa dass das Auto gut 300 Kilometer weit mit einer Stromladung kommen soll und ab rund 35.000 Dollar kosten wird. Wie es aussieht, wie schnell es laden wird, ob es autonom fahren kann - das und vieles mehr ist bisher unbekannt.

Tesla Model 3-Vorstellung - wir berichten live
Am Donnerstag 20:30 Uhr Ortszeit stellt Tesla-Chef Elon Musk in Los Angeles das Elektroauto Model 3 vor. Wir berichten am Freitag ab 6 Uhr morgens live von der Premiere, mit der Tesla den Startschuss Richtung Massenmarkt setzt.
"Es ist ein Spaß", sagt Andrea Fischer. "Man geht letztlich kein Risiko ein. Die Teslas sehen ja grundsätzlich gut aus, und wir haben mit einem anderen Modell schon mal eine Testfahrt gemacht."

Timo Richter steht ganz vorn in der Schlange neben einem Klappstuhl, aber übernachtet hat er nicht auf dem Fußweg. Dagegen hatten in Australien Fans ihre Zelte vor den Tesla-Geschäften aufgeschlagen.

"Mir gefällt die Herangehensweise von Tesla an das Thema Mobilität", sagt Richter. "Es reicht nicht einfach den Motor auszutauschen und einen Akkupack rein zu klemmen wie es andere Hersteller machen. Deshalb stehe ich heute hier." Sollte ihm der Wagen wider Erwarten doch nicht gefallen, dann werde er das hinterlegte Geld auch wieder zurückbekommen.

Lesen Sie dazu auch die große Analyse aus der März-Ausgabe des manager magazins: Der Existenzkampf - wie sich BMW, Mercedes und Audi gegen Tesla, Apple und Google rüsten

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung