Samstag, 7. Dezember 2019

Elon Musk will verringerten Steuerzuschuss abmildern Tesla senkt die Preise und enttäuscht die Märkte

Verkauft sich immer besser. Doch Analysten hatten für das vierte Quartal höhere Verkäufe erwartet
Frederic J. BROWN / AFP
Verkauft sich immer besser. Doch Analysten hatten für das vierte Quartal höhere Verkäufe erwartet

Bei Tesla läuft die Produktion des Hoffnungsträgers Model 3 nach anfänglichen Problemen besser. Für die Investoren offenbar aber nicht gut genug. Auch senkt Elon Musk ab sofort die Preise für jedes Modell, um die ab 1. Januar halbierte steuerliche Förderung abzufedern. Beides missfällt den Anlegern massiv.

Der Elektroautopionier Tesla senkt in den USA die Preise für seine Fahrzeuge. Kunden können ab sofort das Model S, Model X und vor allem auch den Hoffnungsträger Model 3 um 2000 Dollar günstiger erwerben. Tesla will damit die seit dem 1. Januar auf 3750 Dollar halbierte Steuervergünstigung beim Kauf eines Tesla-Elektroautos zumindest teilweise auffangen, teilte das Unternehmen am Mittwochnachmittag mit.

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an - auch weil die in derselben Mitteilung verkündeten Auslieferungszahlen die Investoren offenbar nicht zufrieden stellten. Die Aktie von Tesla rutschte zunächst um weitere 9 Prozent in der Spitze ab. Zum Handelsschluss betrug das Minus rund 7 Prozent.

Preisnachlässe im Luxussegment lassen die Experten immer aufhorchen. Sie könnten darauf hindeuten, dass der Auftragsbestand weniger robust sei, schrieb Analyst John Murphy von der Bank of America/Merrill Lynch. Empfindliche Gewinneinbußen im Jahr 2019 seien deshalb möglich. Für das dritte Quartal 2018 hatte Tesla endlich wieder einen Gewinn ausgewiesen.

Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen von Elon Musk im vierten Quartal 90.700 Elektroautos ausgeliefert, davon 63.150 Model 3. Das ist im Vorjahresvergleich nahezu eine Verdreifachung. Analysten der Wall Street hatten im Schnitt hier rund 65.000 Auslieferungen erwartet, berichtet der TV-Sender CNBC. Im Gesamtjahr 2018 konnte Tesla 245.240 Elektroautos verkaufen (davon 145.000 Model 3) und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Analysten hatten hier vereinzelt sogar 260.000 Einheiten erwartet.

Was den Investoren nebst angekündigten Preissenkungen offenbar auch missfiel: Tesla steigerte im vierten Quartal zwar die Produktion auf 86.555 Fahrzeuge, ein Plus von 8 Prozent zum dritten Quartal. Auch beim Model 3 legte Tesla um 15 Prozent auf rund 61.400 Einheiten zu.

Bei einer wöchentlichen Rate von etwas mehr als 5000 Autos war dies aber keine signifikante Verbesserung gegenüber dem dritten Quartal. Ursprünglich hatte Tesla seine Produktion bis Ende August auf 6000 Model 3 im Wochenschnitt hochfahren wollen. Von dem ausgegebenen Ziel von 7000 Einheiten des Hoffnungsträger sei Elon Musk noch weiter entfernt, schrieb Analyst Murphy. Die Fortschritte beim Hochlauf der Produktion seien offenbar kleiner als angenommen.


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Bereits am letzten Handelstag vor dem Jahreswechsel hatte die Aktie von Tesla nachgegeben. Händler begründeten dies mit einem Bericht, dass der Elektroautohersteller rund 3000 Model 3 hatte nicht ausliefern können. Tesla hatte auf die Meldung zunächst nicht reagiert.

Nun teilte das Unternehmen mit, dass Ende des vierten Quartals 1010 Model 3 und rund 1900 Fahrzeuge des Typs Model S und Model X nicht ausgeliefert werden konnten. Die Fahrzeuge sollen nun Anfang des ersten Quartals 2019 ihre Käufer erreichen. Tesla betonte in diesem Zusammenhang: "Unsere Lagerbestände sind nach wie vor die niedrigsten in der Automobilindustrie."

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