Freitag, 6. Dezember 2019

Model 3-Absatz deutlich niedriger als erwartet Tesla hat Probleme mit der Produktion und Lieferung

Tesla-Fabrik in Fremont, Kalifornien (Bild Archiv)

Tesla ist tief in die von Konzernchef Elon Musk zitierte "Auslieferungshölle" gestürzt. Doch das allein ist es nicht. Der Elektroautobauer hat offensichtlich wieder erhebliche Produktionsprobleme. Denn auch die Produktion rutschte prozentual zweistellig ab im vergangenen Quartal.

Der US-Elektroautobauer Tesla hat im ersten Quartal deutlich weniger Fahrzeuge an die Kundschaft gebracht. Das Unternehmen teilte am Donnerstag mit, rund 63.000 Autos ausgeliefert zu haben. Das ist ein Rückgang von 31 Prozent gegenüber dem Vorquartal und deutlich weniger als von Experten erwartet.

Vom Hoffnungsträger Model 3 wurden 50.900 Stück ausgeliefert, das entspricht im Quartalsvergleich einem Minus von rund 20 Prozent. Analysten hatten mit 58.900 gerechnet.

Die Aktien reagierten am Donnerstag mit einem Kursrutsch. Bereits im deutschen Handel sackten die Anteilsscheine auf der elektronischen Handelsplattform Xetra um 7,57 Prozent auf 241,82 Euro (272 US-Dollar) ab.

Tesla stand zu Jahresbeginn vor großen Herausforderungen - das in der Massenproduktion noch relativ unerfahrene Unternehmen hatte Probleme, den Auslieferungsbeginn des Model 3 nach Europa und China zu stemmen.

Die Auslieferungsprobleme zeichneten sich bereits vor einigen Wochen ab. In einer Mail forderte Tesla-Chef Elon Musk die Mitarbeiter auf, alles zu geben, damit mehr Autos ausgeliefert werden können. Der Tesla-Chef soll sogar Freiwillige gesucht haben, um die Elektroautos in Häfen zu fahren, wo sie verschifft werden können.

Auch die Produktion ging deutlich zurück

Doch die Probleme liegen ganz offensichtlich auch in der Produktion, die im ersten Quartal deutlich zurückfiel: Im ersten Jahresviertel verließen insgesamt 77.100 Fahrzeuge, das sind rund elf Prozent weniger als im vorangegangenen Quartal. Auf das Model 3 entfielen 62.950 Stück.

Die Engpässe sowie die große Nachfrage treffen Tesla in einer kritischen Phase, viele Mitarbeiter arbeiten offenbar am Limit. Die Folge: Der Krankheitsstand der Mitarbeiter bei Tesla war in den vergangenen Monaten deutlich höher als bei anderen Autoherstellern.

Der erste günstigere Tesla soll die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk von der Luxus-Nische in den Massenmarkt bringen und ist deshalb von großer Bedeutung. Das Model 3 ist der Hoffnungsträger von Musk. Seit etwa einem Monat bietet der Konzern eine Version des Autos für 35.000 Dollar an. Zur Finanzierung des niedrigeren Preises müssten allerdings einige Tesla-Läden schließen. Stattdessen schwenke man auf den Online-Verkauf um.

rei mit Nachrichtenagenturen

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