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Teslas neues Model 3: So sieht das Auto aus, das Audi, BMW und Mercedes fürchten

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Antwort auf Hype um Tesla Model 3 Der echte Elektro-Volkswagen muss aus Deutschland kommen

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Elon Musks iPhone-Moment: Sechs Gründe, warum Teslas Model 3 die Autowelt ins Wanken bringt

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Die Bilder gehen vielen Automanagern so schnell wohl nicht mehr aus dem Kopf: Hunderte Menschen haben in der vergangenen Woche vor den Geschäften des Elektroauto-Pioniers Tesla Schlange gestanden , um 1000 Dollar für ein Auto anzuzahlen, von dem es zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal eine Skizze gab.

Dann hat Tesla den Prototyp für das Model 3 vorgestellt - und inzwischen sind 325.000 Reservierungen für das Model 3 eingegangen, wie Unternehmenschef Elon Musk am Donnerstag mitteilte. Das alles erinnert an den Massenansturm auf Apples iPhone - für die Fahrzeugbranche ist es völlig neu.

Für die deutsche Autoindustrie ist der Hype um Tesla  brandgefährlich. Noch sind Audi  , Mercedes, Mini und Co. weltweit das Maß der Dinge, wenn es um Premiumautos geht. Doch sollte das Model 3 halten was es verspricht, ist dieser Vorsprung nicht mehr sicher. Dies vor allem, weil Tesla dann sein Image als cooler Technologie-Vorreiter zementieren würde, befeuert vom Weltretter-Anspruch des charismatischen Firmengründers Elon Musk.

Die deutsche Autoindustrie sollte sich an ihren größten Erfolg erinnern

Um das zu verhindern, sollte sich die deutsche Autoindustrie an ihren wohl größten historischen Erfolg erinnern: Den Bau des ersten echten Volkswagens, des VW Käfers zur Zeit des Wirtschaftswunders.

Der Wagen war auch eine Reaktion auf den Vormarsch der Amerikaner, die das erste Auto für den Massenmarkt gefertigt hatten - das Model T von Ford - und mit ihrem Vorsprung die automobile Weltherrschaft erringen wollten. Doch mit dem Käfer gelang der Gegenschlag, der auch den anschließenden Erfolg im Premiumsegment begründete.

Ein solches Fahrzeug braucht Auto-Deutschland angesichts des erneuten Vorsprungs der Amerikaner jetzt wieder, und zwar dieses Mal ein abgasfreies.

Wolfsburg, bitte übernehmen!

Das sind die erforderlichen Eckdaten für den Elektro-Volkswagen

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Elektroautos für den Massenmarkt: Tesla-Fighter: So rüstet die Autobranche gegen das Model 3

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Die erforderlichen Eckdaten: Etwa 20.000 Euro dürfte der Wagen höchstens kosten, für fünf Personen und Gepäck müsste er Platz bieten. Die Reichweite mit einer Stromladung sollte bei zügiger Fahrweise mindestens 500 Kilometer betragen .

Nicht fehlen darf ein flächendeckendes Ausbauprogramm von 300-Kilowatt-Ladesäulen, die den Akku in höchstens 15 Minuten annähernd volltanken. Die serienmäßig verbaute Fahrzeug-Software ermöglicht den wechselweisen Einsatz des Fahrzeugs als Privat- oder Carsharingauto, das auch unbemannt fahren kann.

Spinnerei? Einerseits ja. Noch sind Batteriezellen schlicht zu teuer für ein solches Auto. Und dem autonomen Fahren stehen noch manche technische und rechtliche Hürden im Weg.

Unrealistische Ideen sind gefragt

Andererseits sind es gerade unrealistisch erscheinende Ideen, die in der Autobranche angesichts von technischem Umbruch, Abgasproblemen und Klimawandel gefragt sind. Schon erwägen Länder wie die Niederlande, Norwegen und Indien, Autos mit Verbrennungsmotor im nächsten Jahrzehnt zu verbieten.

Da muss gelten: Geht nicht gibt's nicht - aber diese Mentalität legt bisher vor allem Tesla an den Tag. Vor ein paar Jahren wurde das Unternehmen noch belächelt, dann hat es nach und nach geliefert.

Völlig unrealistisch ist der Elektro-Volkswagen zudem auch wieder nicht: Energieversorger entwickeln immer schnellere Ladestationen. Die Batteriepreise sinken rasch. Und die deutsche Autoindustrie verfügt über beste Beziehungen nach China. Dort sind Experten zufolge sieben von weltweit zwölf gigantischen Batteriefabriken im Entstehen (die größte baut Tesla in den USA).

Wo der Schlüssel zum deutschen Elektro-Volkswagen liegt

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Mögliche Probleme für Elektroauto: Die sechs größten Hürden für Teslas Model 3

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Warum sichert sich Volkswagen in der Volksrepublik nicht die gesamte Produktion einer solchen Fabrik? Oder baut selbst eine und dazu gleich eine Elektroauto-Fabrik für den asiatischen Markt? Der Schlüssel zum deutschen Elektro-Volkswagen liegt womöglich auch deshalb in China, weil kaum ein Land so konsequent auf abgasfreie Autos setzt wie die Volksrepublik . Und vielleicht klappt es zusätzlich ja sogar doch mit einer eigenen Zellproduktion in Deutschland.

Ein großer Aufschlag ist jedenfalls entscheidend, weil es in dieser Umbruchphase extrem auf Skaleneffekte ankommt - wie damals beim Model T und dem VW Käfer. Und wenn jemand diese nutzen kann, dann Volkswagen.

Der Konzern war im vergangenen Jahr zeitweise der größte Autobauer der Welt. Was für ein günstiger Umstand zudem, dass Rivale Toyota auf die komplizierte Wasserstoff-Technik setzt und als Elektro-Angreifer eher ausfällt.

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Opel-Ampera-e: Der Tesla-Jäger im Kleinformat

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Dagegen sollte VW-Chef Matthias Müller zu denken geben, dass der bisher einzige ernstzunehmende Model-3 Konkurrent ebenfalls aus Amerika kommt - der Chevrolet Bolt von General Motors. Besonders schmerzhaft: In Deutschland kommt er als Ampera-e des zuletzt eher belächelten VW-Konkurrenten Opel auf den Markt.

Fehlt noch ein Jahr, in dem der Elektro-Volkswagen auf die Straßen rollen könnte. Wie wäre es mit 2022? Das wäre genau 50 Jahre, nachdem der Käfer Fords Model T als meistgebautes Auto der Geschichte abgelöst hat.