Samstag, 21. September 2019

Tesla führt Autopilot ein Der Mensch denkt, das Auto lenkt

Tesla Model S mit Autopilot-Funktionen: "Noch in der Anfangsphase"

Die Aktion war lange angekündigt, nun ist es soweit: Der Elektroauto-Hersteller Tesla startet in den USA per Software-Update seine Autopilot-Technik. Doch Firmenchef Musk rät: Fahrer sollten die Hände trotzdem am Steuer lassen.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla lässt seine Fahrzeuge künftig automatisch die Spur und den Abstand halten. Außerdem sollen sie die Fahrbahn wechseln und einparken können. Die bereits im vergangenen Jahr angekündigten "Autopilot"-Funktionen werden zunächst in den USA ab Donnerstag per Software-Update hinzugefügt. Europa und Asien sollen rasch folgen.

Die Funktionen zum automatisierten Fahren kosten 2500 Dollar - und sie sind laut Firmenchef Elon Musk noch in der Anfangsphase: Fahrer sollten die Hände am Lenkrad lassen. In entspannten Verkehrs-Situationen könnten einige Fahrer vielleicht das Steuer loslassen - "aber wir empfehlen das nicht". Gebe es einen Unfall beim Spurwechsel mit "Autopilot", hafte immer noch der Fahrer, sagte Musk bei einer Telefonkonferenz.

Das Auto wechselt die Spur alleine, wenn der Blinker aktiviert wird. Beim Einparken sucht die Software auch automatisch nach einer passenden Parklücke.

Tesla hatte bereits in den vergangenen Monaten die frisch produzierten Fahrzeuge seines Model S mit Radar-Sensoren und Kameras ausgestattet. Dies ermögliche unter anderem eine Seitenaufprall-Warnung. Rund 60.000 der insgesamt 90.000 gebauten Teslas hätten die nötige Technik an Bord. Sensor-Daten von den Fahrzeugen werden zu Tesla hochgeladen, um die Fähigkeiten der Software zu verbessern. "Das System lernt mit der Zeit", sagte Musk.

Auch der SUV Model X soll die "Autopilot"-Funktionen bekommen. Bei Tesla arbeiteten rund 50 Mitarbeiter an der "Autopilot"-Software und etwa 100 an der Hardware dazu, sagte Musk. Der Autobauer hat insgesamt rund 14.000 Beschäftigte.

In einem Interview mit dem SPIEGEL hatte Musk Ende 2014 prophezeit, dass in drei Jahren fahrerlose Autos über unsere Straßen rollen werden. "In Zukunft wird niemand mehr ein Auto ohne Autopilot kaufen wollen. Das wird sehr schnell ganz normal werden."

Auch andere Hersteller integrieren in ihre Autos bereits Funktionen zum automatisierten Fahren, wie etwa Mercedes bei seiner S-Klasse.

ts/aar/dpa/Reuters

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