Donnerstag, 20. Juni 2019

"Tesla ist pleite" - Kurssturz geht weiter Tesla stürzt ab - Anlegern vergeht nach Musks Aprilscherz das Lachen

Tesla-Chef Elon Musk: Musk macht Witze, Aktie stürzt ab

Dieser Witz ging nach hinten los: Nur wenige Stunden, nachdem Tesla-Chef Elon Musk sein Unternehmen in einem Aprilscherz als "völlig bankrott" bezeichnet hatte, hat die Aktie des Elektroautobauers ihren Kurssturz fortgesetzt. Bis Montagabend fiel die Aktie von Tesla Börsen-Chart zeigen um weitere 6 Prozent auf 250 Dollar. Anfang März hatte das Papier noch bei 350 Dollar notiert, die Verluste binnen vier Wochen betragen inzwischen mehr als 25 Prozent.

Am Sonntag hatte Musk in einem Aprilscherz auf Twitter die finanziellen Schwierigkeiten seines Elektroauto-Unternehmens aufs Korn genommen und dieses für "völlig bankrott" erklärt. Musk veröffentlichte am 1. April ein Foto, das ihn angeblich betrunken und schlafend zeigt. Trotz "großer Anstrengungen" - unter anderem ein Massenverkauf von Ostereiern - habe er nicht genug Geld auftreiben können, um die Pleite des US-Unternehmens abzuwenden, schrieb Musk. Schon zuvor hatte Musk in einem Interview geäußert, die Gründung von Tesla sei damals unter finanziellen Gesichtspunkten die "dümmste Idee" gewesen.

Der Hintergrund des Aprilscherzes ist jedoch ernst: Tesla Börsen-Chart zeigen ist hoch verschuldet, seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat das Unternehmen keine Gewinne erwirtschaftet. Mit dem neuen Model 3 versuchte Tesla auf den Massenmarkt vorzudringen, allerdings gab es Verzögerungen bei der Produktion.

Zusätzliche Schwierigkeiten bereitet Musk ein schwerer Unfall eines seiner Autos. Ein 38-jährige Fahrer eines Tesla war am 23. März auf der Höhe der Stadt Mountain View in den USA gegen eine Betonbarriere gerast - trotz des eingeschalteten Autopiloten. Der Wagen ging in Flammen auf und wurde von zwei nachkommenden Autos erfasst. Der Fahrer starb später im Krankenhaus. Seitdem ermittelt die Transport-Aufsichtsbehörde gegen Tesla.

Unfall, Schulden - und Zweifel an den selbst gesteckten Zielen für Model 3

Neben dem Unfall, den Untersuchungen der Verkehrssicherheitsbehörde und den hohen Schulden des Unternehmens machen sich Tesla-Investoren auch zunehmend Sorgen darüber, ob Musk die von ihm selbst geschürten hohen Erwartungen erfüllen kann. Wall-Street-Analysten rechneten damit, dass Tesla in dieser Woche Produktionszahlen für die Limousine Model 3 bekanntgeben wird, die hinter diesen Zielen zurückbleiben dürften.

Außerdem litt die Tesla-Aktie, die jahrelang ein Liebling der Wall Street gewesen war, zuletzt auch unter einer Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's .

"Tesla war ein Liebling der Anleger und war entsprechend hoch bewertet. Nun nehmen Anleger Gewinne mit", sagte ein Börsianer an der Wall Street. Auch das Nasdaq-Schwergewicht Amazon Börsen-Chart zeigen geriet am Dienstag erneut in den Abwärtsstrudel an der Nasdaq. Der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen baute seine Verluste zuletzt auf mehr als 2 Prozent aus. Den US-Börsen droht ein schwacher Start in das neue Quartal.

la/dpa/reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung