"Battery Day" enttäuscht Anleger Elon Musk verspricht erneut 25.000-Dollar-Tesla

Tesla-Chef Elon Musk kündigt ein Elektroauto für 25.000 Dollar an. Dafür sollen die Batteriekosten deutlich sinken, doch das wird noch Jahre dauern. Anleger zeigen sich enttäuscht, denn schon vor zwei Jahren versprach Musk einen Schnäppchen-Tesla.
Die Batterie-Revolution kommt später, dann aber soll es einen Tesla für 25.000 Dollar geben, verspricht Tesla-Chef Elon Musk. Anleger reagieren enttäuscht und streichen jüngste Kursgewinne ein

Die Batterie-Revolution kommt später, dann aber soll es einen Tesla für 25.000 Dollar geben, verspricht Tesla-Chef Elon Musk. Anleger reagieren enttäuscht und streichen jüngste Kursgewinne ein

Foto: ALY SONG / REUTERS

Elon Musk (49) will einen Tesla zum Schnäppchenpreis auf den Markt bringen - der zudem vollautonom fahren kann. "Wir sind zuversichtlich, dass wir ein sehr, sehr überzeugendes Elektroauto für 25.000 Dollar bauen können", sagte der Starunternehmer am Dienstag (Ortszeit) bei Teslas mit Spannung erwarteten "Battery Day" im kalifornischen Fremont. Dem im Internet übertragenen Auftritt folgten mehr als 270.000 Zuschauer.

Allerdings müssen sich Kunden noch gedulden, denn Voraussetzung dafür, dass die Preise so stark fallen können, sind drastische Kostensenkungen in der Batterieherstellung. Musk glaubt zwar, diese erreichen zu können, aber erst in etwa drei Jahren. Effiziente und kostengünstige Batterien gelten als Voraussetzung dafür, dass sich die Elektromobilität im Massenmarkt durchsetzen kann.

Da der schillernde Tech-Milliardär vor allem Zukunftsmusik lieferte, wurden die hohen Erwartungen an das Event, bei dem Beobachter auf bahnbrechende Innovationen bei der Fertigung von Autobatterien spekuliert hatten, letztlich nicht erfüllt. Aktionäre zeigten sich enttäuscht. Wieder einmal Zukunftsmusik muss man wohl auch sagen: Denn bereits im Sommer 2018 hatte Musk einen 25.000-Dollar-Tesla in Aussicht gestellt - für das Jahr 2021 wohlgemerkt, wie seinerzeit CNBC berichtete .

Anleger zeigen sich enttäuscht

Laut Musk sollen sich die Batteriekosten mittelfristig dank technischer Fortschritte halbieren, die neuen Batterien ohne das teure Schwermetall Kobalt auskommen und die Reichweite der E-Autos massiv erhöht werden, versprach Musk. Auch kündigte er ein Recycling von Batteriezellen in der sogenannten Gigafabrik im Bundesstaat Nevada an.

Musk hatte die Hoffnungen auf einen unmittelbaren Durchbruch schon am Vorabend gedämpft, indem er bei Twitter erklärte, dass sich die Innovationen in Teslas Batterie-Technologie erst ab 2022 in größeren Produktionsvolumen bemerkbar machen dürften.

Trotz dieser Vorwarnung reagierten Anleger enttäuscht und ließen die Aktien, die schon mit einem Minus von 5,6 Prozent aus dem regulären US-Handel gegangen waren, nachbörslich um weitere mehr als 7 Prozent fallen.

Musks Präsentation habe deutlich gemacht, dass die Kostensenkungen bei Lithium-Ionen-Batterien in nächster Zeit stagnieren werden, erklärt RBC-Analyst Joseph Spak die Enttäuschung der Investoren. Dagegen sind neue Batterie-Technologien noch weiter von der Marktreife entfernt als erwartet. Gelingt es Tesla nicht die Kosten weiter zu senken, stelle sich die Frage, ob der E-Auto-Hersteller sein Wachstum aufrechterhalten kann, analysiert Spak. Ohne Kostendurchbruch könnte die Nachfrage abflachen.

Der Kursrücksetzer indes nimmt sich im Gegensatz zu den bisherigen Gewinnen noch vergleichsweise moderat aus. Die Aktie von Tesla zählt mit einem Kursplus von mehr als 400 Prozent im laufenden Jahr zu den größten Überfliegern am Markt, sodass die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen günstig ist. Mit einem Börsenwert von gut 395 Milliarden Dollar ist der Tesla aktuell der mit Abstand am höchsten gehandelte Autohersteller weltweit.

Wasserverband billigt Erschließungsantrag für Tesla-Werk in Grünheide

Auch in Deutschland hat Elon Musk nach seinem jüngsten Besuch hierzulande noch einiges vor. Der US-Elektroautobauer will vom Sommer nächsten Jahres an in dem neuen Werk in Grünheide rund 500.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren, dafür sind etwa 12.000 Arbeitsplätze geplant.

Der Bau der neuen Fabrik nahe Berlin ist umstritten, gleichwohl geht das Verfahren voran: Der Wasserverband Strausberg-Erkner billigte am Dienstag den Erschließungsantrag für das Werk. Der Beschluss sei möglich geworden, da Tesla den Wasserbedarf im Genehmigungsantrag gesenkt habe und durch die Behörden zusätzliche Entnahmemengen genehmigt worden seien, teilte der Verband mit. Zuvor hatte der RBB darüber berichtet.

Kritiker befürchten unter anderem negative Folgen für Natur und Grundwasser durch den Bau der Gigafactory und warnten auch vor immensem Wasserverbrauch. Noch im Juni habe der Wasserverband keine positive Prognose für die Genehmigung abgegeben, geht aus Unterlagen hervor, die der Nachrichtenagentur vorliegen. Im Juli warnte der Vorsteher des Verbands intern vor zu wenig Trinkwasser bei einem weiteren Ausbau. Die Landesregierung hatte erklärt, sie halte die Probleme für lösbar. Tesla reduzierte inzwischen den prognostizierten Wasserverbrauch in der Spitze von 3,3 Millionen auf rund 1,4 Millionen Kubikmeter im Jahr.

Am heutigen Mittwoch treffen Kritiker bei einer öffentlichen Anhörung auf das Landesamt für Umwelt, das für die umweltrechtliche Genehmigung zuständig ist. Gegen die Fabrik gibt es 406 formelle Einwände, über die bei dem Termin in Erkner debattiert werden soll. Tesla will danach eine der letzten Hürden für die abschließende Genehmigung nehmen.

rei/rs/Reuters/dpa
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