Donnerstag, 5. Dezember 2019

Stärkere Batterie im Model S Tesla misst sich jetzt mit Supersportwagen

Tesla Model S: Mit größerem Akku und neuer Elektronik soll die Limousine den Sprint von 0 auf 100 in 2,5 Sekunden schaffen
Tesla Motors
Tesla Model S: Mit größerem Akku und neuer Elektronik soll die Limousine den Sprint von 0 auf 100 in 2,5 Sekunden schaffen

Wer schon immer sämtliche Lamborghinis, fast alle Porsches und Ferraris an der Ampel hinter sich lassen wollte, der kann dies demnächst leise sirrend statt laut bollernd tun. Der kalifornische Autohersteller Tesla Motors verkauft seine Spitzenmodelle jetzt mit größerer Batterie und verbesserter Elektronik. Das Resultat: Die Wagen schaffenden Sprint von 0 auf 100 in nur 2,5 Sekunden, bisher waren es knapp 3 Sekunden. Über 600 Kilometer Reichweite sind auch drinnen. Nur zum Thema Autopilot gab sich Tesla-Chef Elon Musk schweigsam.

Tesla baut jetzt nach eigenen Angaben die Serienautos mit der schnellsten Beschleunigung und will damit ein Zeichen für Elektromobilität setzen. Die nun angekündigten Fahrzeuge der Limousine Model S mit größeren Batterien schafften es von null auf 60 Meilen pro Stunde (96,5 km/h) in 2,5 Sekunden, sagte Firmenchef Elon Musk.

Nur zwei Straßensportwagen weltweit - Ferraris LaFerrari und der Porsche 918 Spyder - könnten schneller beschleunigen. Sie seien aber im Gegensatz zu den Teslas keine in Serie produzierten Wagen, erklärte Musk. Damit stelle Tesla nun die schnellsten Serienautos der Welt her. "Das ist ein Zeichen dafür, dass Elektroautos die Zukunft sind", argumentierte er.

Doch Musk war nicht der einzige, der Vergleiche anstellte. Auf Twitter rechneten manche Nutzer in ganz anderen Dimensionen:

613 Kilometer Prüfstand-Reichweite - aber schwierigere Produktion

Mit den 100-kWh-Batterien soll auch die Reichweite beim Model S auf 613 Kilometer und auf 542 Kilometer beim SUV Model X steigen. Der Preis soll bei 135 000 Dollar starten. Die Verfügbarkeit sei derzeit aber eingeschränkt, weil die Produktion der größeren Batterie-Packs komplexer sei, sagte Musk.

Mit dem eingenommenen Geld für die Top-Versionen solle auch die Entwicklung des für kommendes Jahr angekündigten günstigeren Model 3 finanziert werden, bei dem Tesla den Preis auf rund 35 000 Dollar drücken will, betonte er. Das Unternehmen hatte rund 400 000 Bestellungen für Model 3 bekommen, jetzt soll die Produktion schon bis 2018 von zuletzt gut 50 000 auf 500 000 Fahrzeuge pro Jahr hochgeschraubt werden, zwei Jahre früher als ursprünglich anvisiert.

Die 100-kWh-Batterien seien die größten, die Tesla aktuell produzieren könne, hieß es. Sie bestünden zwar aus den gleichen kleinen einzelnen Zellen, wie vorherige Batterie-Versionen - erforderten aber eine neue Architektur. Für zukünftige Fahrzeuge würden neue Batterien gemeinsam mit Panasonic entwickelt.

Musk hielt sich an das Thema der größeren Batterie-Packs und wollte sich nicht zum Fahrassistenzsystem "Autopilot" äußern, das nach einem tödlichen Crash und einigen weiteren Unfällen in die Kritik geraten war. Er wiederholte lediglich, dass die anstehende nächste Software-Version Verbesserungen enthalten werde. Das "Autopilot"-System wird derzeit von US-Regulierungsbehörden geprüft.

wed/dpa-afx

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