Sonntag, 18. August 2019

Elektroautos Norwegens Kälte setzt Teslas Model S zu

Tesla vorn: Die Lieblingsautos der Norweger
Tesla Motors

Eine wachsende Zahl von Norwegern hadert mit dem neuen Lieblingsauto der Nation - dem Tesla Model S. Offenbar setzt die Kälte dem Elektroauto stark zu. Für manchen Pendler begann der Tag mit einer bösen Überraschung.

Hamburg - Die Meldung sorgte für Aufsehen in der Autowelt: Im September und im Dezember errang Teslas Model S in Norwegen zuletzt den Spitzenrang der meistverkauften Autos. Die Skandinavier fördern die Elektroautos mit hohen Steuernachlässen, damit hätte allerdings kaum jemand gerechnet.

Nun gibt es für manche Tesla Börsen-Chart zeigen-Fahrer offenbar eine böse Überraschung. Wie das Portal insideevs.com berichtet, macht der Wagen angesichts der momentanen Kältewelle Ärger beim Laden. Das mobile Ladegerät unterbricht demnach immer wieder den Ladevorgang. Manche Pendler konnten deshalb ihren Weg zur Arbeit nicht antreten.

Das Unternehmen hat die Probleme nach Angaben des Portals eingestanden. Doch obwohl die Kunden neue Ladegeräte bekommen haben, läuft es immer noch nicht rund. Schuld könnte demnach auch das norwegische Stromnetz sein, das "zu sensibel" sei. Abhilfe soll nun eine neue Software bringen, die den Ladevorgang stabilisieren soll.

Aus den USA, die derzeit von einer noch heftigeren Kältewelle heimgesucht werden, sind derartige Probleme bisher nicht in größerem Umfang bekannt geworden.

Tesla-Chef Elon Musk hatte die hohen Verkaufszahlen des Model S in Norwegen immer wieder als Beleg dafür angeführt, dass der Wagen keine Probleme in der Kälte habe.

Vor etwa einem Jahr hatte ein Reporter der New York Times Schlagzeilen mit einem Test des Model S gemacht, bei dem die Batterie des Wagens im kalten Neuengland massiv an Kapazität eingebüßt hatte. In dem Fall hatte er das Auto allerdings nicht mit dem Stromnetz verbunden.

Nachtrag (23. Januar): Tesla hat inzwischen mitgeteilt, dass die Kunden eine neue Software bekommen haben, die das Laden in der Kälte verbessert. Zudem seien Ingenieure nach Norwegen geschickt worden, um das Problem endgültig zu lösen. Als Hauptursache für die Schwierigkeiten bezeichnet Tesla den Stromfluss, der in Norwegen vor allem in abgelegenen Gegenden bei Kälte unregelmäßig werden könne.

nis

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