Sonntag, 21. Juli 2019

Tesla stopft gefährliche Sicherheitslücke Hacker attackieren Tesla-Auto - Zugriff auf Licht, Sitz, Wischer ... 

Und plötzlich bewegt sich der Sitz ... Hacker haben sich Zugriff auf verschiedenen Funktionen eines hochvernetzten Tesla-Autos verschafft

IT-Experten haben diverse Funktionen eines Tesla-Autos gehackt. Unter anderem konnten sie ferngesteuert Licht, Sitze und Scheibenwischer bedienen. Sind vernetzte Autos nicht mehr sicher?

Sie fahren mit Ihrem Auto, plötzlich verrückt der Sitz, dann geht das Licht aus , der Scheibenwischer verweigert auch seinen Dienst und das Schiebedach öffnet sich.

Sie haben das nur geträumt?

So abwegig ist diese Vorstellung gar nicht. Denn je stärker Autos vernetzt sind, desto größer ist die Angriffsfläche für Hacker. Und sie finden immer wieder gefährliche Sicherheitslücken. Zuletzt bei Tesla. IT-Experten ist es gelungen, per Funk die Kontrolle über einzelne Funktionen eines fahrenden Tesla zu übernehmen.

Die chinesische Gruppe Keen Security Lab konnte unter anderem Scheibenwischer, Licht und Schiebedach bedienen sowie Spiegel und Sitze verstellen, gestand Tesla jetzt ein. Zugleich aber teilte das Unternehmen von Elon Musk mit, dass der Elektroauto-Hersteller diese Sicherheitslücke jetzt schließen konnte.

Musk betonte in einem Statement, dass die Hacker-Attacke nur unter bestimmten Voraussetzungen habe erfolgreich sein können. Unter anderem hätte das Auto mit einem präparierten WLAN-Hotspot verbunden sein müssen und der Webbrowser für die Attacke benutzt werden müssen.

Dennoch habe Tesla die Schwachstelle zehn Tage nach der Benachrichtigung durch Keen Security geschlossen. "Unsere realistische Einschätzung war, dass das Risiko für unsere Kunden sehr gering war, aber das hielt uns nicht davon ab, schnell zu reagieren."

In den vergangenen Jahren wurden mehrfach gravierende Schwachstellen in den Sicherheitssystemen vernetzter Autos offengelegt. Beim aufsehenerregendsten Fall gelang es zwei IT-Experten im Sommer 2015, über eine Sicherheitslücke im Unterhaltungssystem eines Jeep-Modells die Kontrolle über diverse Fahrzeug-Systeme zu übernehmen.

Der Autobauer Fiat Chrysler schloss daraufhin die Schwachstelle in 1,4 Millionen Fahrzeugen. Die Kontrolle über Funktionen in einem Tesla wurde zuvor nur bei geringer Geschwindigkeit auf einem Parkplatz übernommen.

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rei mit dpa

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