Große Elektroautofabrik in Shanghai geplant Tesla greift Mercedes, BMW und Co. in China an

Tesla-Geschäft in Peking

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Seit Jahren schielt der US-Elektroautobauer Tesla auf den chinesischen Markt, doch das Geschäft will einfach nicht recht in die Gänge kommen. Obwohl Unternehmenschef Elon Musk Millionen und Abermillionen Dollar für Schnelladesäulen, Verkaufsgeschäfte, Servicestationen und teilweise prominentes Personal in die Hand genommen hat, liegt Teslas Model S im Elektroautoranking für 2016 nur auf Platz 15.

Nun allerdings konkretisieren sich Pläne, wie der Autobauer der Probleme Herr werden will und damit deutsche Luxusauto-Anbieter wie BMW  und Mercedes in der Volksrepublik angreift. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge möchte Tesla  in Schanghai eine große Elektroautofabrik bauen - für satte 9 Milliarden Dollar.

Eine solche Fabrik hätte den Vorteil, dass auf Teslas Fahrzeuge keine Importsteuer in Höhe von 25 Prozent mehr fällig würde. Diese ist ein Grund dafür, dass bisher chinesische Hersteller den wachsenden Markt für Elektroautos unter sich aufteilen. Auf sie entfallen 96 Prozent aller Zulassungen. Die luxuriösen Teslas kosten in China bis zu 150.000 Dollar (132.000 Euro).

Dem Bloomberg-Bericht zufolge kooperiert Tesla in Shanghai mit der örtlichen Immobilienfirma Shanghai Jinqiao Export Processing Zone Development. Beide Seiten würden demnach je 4,5 Milliarden Dollar investieren.

Die Aktien des kaum bekannten Unternehmens legten am Dienstag in Shanghai angesichts der Nachricht um 10 Prozent zu und wurden dann gemäß den dortigen Börsenregeln aus dem Handel genommen. Das Unternehmen ist der börsennotierte Teil der Jinqiao Group, eines staatlichen Konzerns, der für die Entwicklung eines Teils der Shanghaier Freihandelszone zuständig ist.

Tesla hat in China ungewohnte Probleme

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Tesla sucht schon länger nach Möglichkeiten, seine Elektroautos auch in China - dem größten Automarkt der Welt - zu produzieren. Allerdings dürfen ausländische Unternehmen in dem Land ihre Fabriken nicht alleine betreiben, sondern müssen dafür einen einheimischen Partner finden.

Shanghai war dabei nicht die einzige chinesische Stadt, die auf eine Kooperation mit dem US-Unternehmen hoffte. Auch im nahe gelegenen Suzhou hatte es behördlichen Unterlagen zufolge im März Diskussionen darüber gegeben, wie Tesla gelockt werden könnte.

Tesla musste in China bereits Personal entlassen und sitzt auf großen Lagerbeständen nicht verkaufter Wagen. Das Unternehmen versucht derzeit, sich von einem Nischenanbieter für hochpreisige Elektroautos zu einem Hersteller für breitere Bevölkerungskreise zu entwickeln.

Bis 2018 will Tesla das Ziel erreichen, 500.000 Autos im Jahr zu produzieren. Im vergangenen Jahr liefen nur 50.000 Autos vom Band.

Auch deutsche Hersteller tun sich in China mit Elektroautos schwer. Daimler hat sich mit dem chinesischen Auto- und Batteriehersteller BYD zusammengetan und verkauft eine deutlich modifizierte elektrische B-Klasse unter der Marke Denza. BMW hat mit seinem Partner Brilliance die Elektroauto-Marke Zinoro aus der Taufe gehoben.

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nis/afp