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Teslas Gigafactory: Hier entsteht die größte Fabrik der Welt

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Weitere Details zur größten Fabrik der Welt Tesla will in Gigafactory auch Motoren und Getriebe bauen

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Teslas Gigafactory: Hier entsteht die größte Fabrik der Welt

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Tesla kommt der Vision von einer integrierten Batterie- und Fahrzeugfabrik offenbar ein gutes Stück näher: Der Elektroautohersteller will in seiner Gigafactory in Nevada nicht nur Akkus, sondern auch Elektromotoren und Getriebekomponenten für seine Autos bauen. Das erklärte der Gouverneur des Bundesstaates, Brian Sandoval, am Dienstag Abend in seiner Neujahrsansprache, wie US-Medien berichten .

"Ich freue mich, Ihnen heute mitteilen zu können, dass Tesla seine Investitionen in Nevada ausbaut", sagte Sandoval dem Fachportal "Insideevs.com" zufolge . Demnach geht es um zusätzlich 350 Millionen Dollar und weitere 550 neue Arbeitsplätze. Weitere Subventionen , die über die bereits zugesagten Steuervorteile und andere Vergünstigungen in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar hinausgehen, seien nicht vorgesehen.

Damit zeichnet sich ab, dass Tesla seine schon ursprünglich hochfliegenden Pläne für die Fabrik weiter ausbaut. In wenigen Jahren soll sie einen Quadratkilometer Nutzfläche bieten, das entspricht dem Ausmaß der Insel Helgoland. Damit wäre die Fertigungsstätte die größte Fabrik der Welt . In ihr sollen Roboter und bis zu 10.000 Mitarbeiter Batterien für jährlich bis zu 1,5 Millionen Autos sowie Hausbatterien bauen.

Der Bau der Gigafactory schreitet offenbar zügig voran. Zwar nimmt das Bauwerk erst einen Bruchteil der geplanten Gesamtausmaße an, doch in den bereits errichteten Gebäudeteilen wird schon gearbeitet. In der vergangenen Woche haben Tesla  und Partner Panasonic  nach eigenen Angaben mit der Serienproduktion von Lithium-Ionen-Batteriezellen begonnen.

Ob Tesla Motoren und Getriebe in Eigenregie oder mit Partnern baut, ging aus den Berichten nicht hervor. Offensichtlich soll das Model 3 ein für Elektroautos typisches Eingang-Getriebe bekommen. "Auch das Model S und X haben ein Eingang-Getriebe", sagte eine Tesla-Sprecherin auf Anfrage von manager-magazin.de. Manche Fachleute hatten in den vergangenen Jahren immer wieder betont, dass auch Elektroautos mit Mehrgang-Getrieben effizienter und verschleißärmer laufen würden.

Tesla-Chef Elon Musk nennt die Fabrik inzwischen "Gigafactory 1" - in Anspielung darauf, dass er viele weitere derartige Produktionsstätten errichten will. In ihnen sollen dann auch Autos gebaut werden. Die nächste Gigafactory soll offenbar in Europa entstehen. Den Standort will Tesla möglicherweise noch in diesem Jahr bekannt geben.

Anfang des Jahres hat Musk eine Gruppe von Investoren durch die Produktionsstätte in Nevada geführt und Einblicke in deren Funktionsweise gegeben. Inzwischen ist eine Art Laufzettel für die kleine Tour aufgetaucht, aus dem grob hervorgeht, wie die Fabrik konzipiert ist und funktionieren soll.

So soll die größte Fabrik der Welt funktionieren

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Batteriefabriken für Elektroautos: Um diese Wertschöpfungskette streitet Auto-Deutschland

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Schritt für Schritt illustriert das Dokument den Prozess von der Kathoden- und Anodenherstellung bis zum Verpacken der Zellen zu Modulen. Die einst von Tesla-Vorstand JB Straubel formulierte Vision, dass auf der einen Seite der Fabrik Eisenbahnwaggons mit Rohstoffen hinein- und auf der anderen Seite fertige Module herauskommen, könnte also Wirklichkeit werden. Die Besucher konnten bereits die letzten Schritte des Produktionsprozesses in Augenschein nehmen.

Teslas Angaben zufolge hat ein deutsches Partnerunternehmen bereits damit begonnen, in der Gigafactory die Metallhüllen für die neuen Zelltypen herzustellen. Diese Zellen vom Typ 2170 ersetzen die legendären Laptopzellen vom Typ 18650. Um welches Unternehme es sich handele, beantwortete Tesla auf manager-magazin.de-Nachfrage nicht.

Konkreter wurde das Unternehmen beim Thema Energieversorgung der neuen Fabrik. Unternehmenschef Musk will zur Batterieherstellung ausschließlich auf Strom aus erneuerbaren Energien zurückgreifen, über einen Gasanschluss verfügt die Gigafactory angeblich gar nicht.

Stattdessen wird das Hallendach laut dem Handout eine 70-Megawatt-Dachanlage zieren. Sie wäre mit Abstand weltweit die größte ihrer Art. Der Fachblog "Elektrek" nennt  eine 10-Megawatt-Anlage des Hausgerätegiganten Whirlpool und ein 11,5-Megawatt-Solardach in Indien als bisherige Rekordhalter. Zusätzlich sollen Solarpaneele auf umliegenden Freiflächen erreichtet werden.

Die benötigte Wärme will Tesla unter anderem mit der Verbrennung von Produktionsabfällen erzeugen. Den Frischwasserbedarf soll ein Wiederaufbereitungssystem minimieren.

Bereits im Bau ist den Angaben zufolge eine Recycling-Fabrik, in der alte Batterien in ihre Einzelteile zerlegt werden. Diese bekommen dann ein zweites Leben in neuen Akkus. Die aufwändigen Öko-Maßnahmen sollen auch Elektroautos-Kritikern Wind aus den Segeln nehmen, die den bisher sehr hohen Energiebedarf für die Herstellung der Batterien beklagen.

Nachdem zuerst Zellen für stationäre Batteriespeicher in der Gigafactory vom Band laufen, soll die Akkuproduktion für das massentaugliche Elektroauto Model 3 im zweiten Quartal starten. In der zweiten Jahreshälfte will Tesla mit der Serienfertigung dieses Fahrzeugs beginnen.

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Lithium: Das weiße Gold

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Im kommenden Jahr plant der Hersteller bereits mit einem Absatz von 500.000 Wagen. 2016 waren es erst knapp 80.000 Wagen der Typen Model S und Model X.

Investoren haben in den vergangenen Wochen Tesla wieder mehr Vertrauen entgegen gebracht. Der Aktienkurs ist seit Anfang Dezember von 181 auf nunmehr 231 Dollar gestiegen. Das Unternehmen ist damit 37 Milliarden Dollar wert.

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manager-magazin.de/Wochit

Nach der Wahl des Öl- und Kohle-Freundes Donald Trump zum Präsidenten hatten Anleger zunächst die Finger von Tesla-Papieren gelassen. Doch der einstige Trump-Kritiker Musk hat inzwischen offenbar einen guten Draht zu Trump aufgebaut und gehört zu dessen Beratern. Laut Musk verbindet die beiden der Wunsch, Arbeitsplätze in den USA zu schaffen.

Auf der Investoren-Tour durch die Gigafactory zeigte Musk sich zuversichtlich, dass Trump bei erneuerbaren Energien und Elektroautos nicht die Axt anlegen würde, weil diese Tausende Industrie-Jobs bringen. Immer noch profitiert Tesla von staatlichen Hilfen, namentlich der 7500-Dollar-Steuerermäßigung für Käufer von Elektroautos.

Zudem ist das Unternehmen nach der Übernahme der Musk-Firma Solarcity auch auf Steuervergünstigungen für Solaranlagen angewiesen. Diese wurden zwar um einige Jahre verlängert, doch Beobachter hatten gemutmaßt, Trump könne diese mithilfe des republikanisch dominierten Kongresses streichen. Musk allerdings orakelte, Trump sei für positive Überraschungen gut.

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