Kampf der Riesen "Tesla ist schlagbar"

Tesla fordert in einem Duell der Giganten Apple heraus – und die deutschen Autohersteller werden zerschmettert. Bleibt Volkswagen, BMW und Mercedes am Ende nur die Kapitulation? Nein, sagen die Bain-Berater Steffen Gänzle und Ralf Kalmbach.
Ein Interview von Michael Freitag
"Der Finanzmarkt sieht Tesla derzeit als ein Beispiel für die Automobilindustrie der Zukunft": Gigafabrik in Shanghai

"Der Finanzmarkt sieht Tesla derzeit als ein Beispiel für die Automobilindustrie der Zukunft": Gigafabrik in Shanghai

Foto: imago stock / imago images/Xinhua

manager magazin: Tesla-Chef Elon Musk will das Apple der Autowelt aufbauen: eigenes Ökosystem mithilfe eigener Software und Chips, eigenes Ladenetz und Energieangebot. Das klingt großartig. Doch zuletzt ist der Aktienkurs gesunken. Musks Twitter-Übernahme verwirrt viele; die Fehleranfälligkeit des Autopiloten beunruhigt  Behörden wie Investoren. Stößt Elon Musk an seine Grenzen?

Ralf Kalmbach: Ich denke nicht. Was zählt, ist weiter das große Bild. Vor einigen Jahren hatte die Autoindustrie die volle Tragweite von Musks Geschäftsmodell noch gar nicht richtig erfasst. Heute herrscht Einigkeit, dass Tesla in vielen Dimensionen die Benchmark ist. Da ist das Bordnetz, da sind die Rechner, da ist das Ökosystem mit Spacelink und Co. Einige seiner Ziele erschienen zunächst unrealistisch. Nach und nach haben sie ein Bild ergeben, und das ist noch nicht fertig.

Ein vom Landgericht München bestellter Gutachter hat Teslas Autopiloten jetzt bescheinigt , er erkenne teilweise "Schilder nicht oder sehr spät", sei "im derzeitigen Zustand" nicht "für den bestimmungsgemäßen Gebrauch geeignet". Musk kündigt an, das System sei 2023 für autonomes Fahren auf Stufe Level 4 geeignet; also komplett ohne Fahrer. Da stimmt doch etwas nicht.

Kalmbach: Es ist nicht das erste Mal, dass Musk seine Zeitvorgaben reißt. Aber die meisten seiner Vorhaben hat er am Ende erreicht. Die Wettbewerber sollten sich daher mit seinen Zielen und Themen intensiv beschäftigen – auch mit dem Autopiloten.

Volkswagen ist an der Börse aktuell knapp 90 Milliarden Euro wert, Tesla 786 Milliarden. Finden Sie auch das gerechtfertigt?

Kalmbach: Auf Aktienkurse allein würde ich nicht zu viel schauen. Da steckt oft auch ein Stück weit Hoffnung und Euphorie drin. Aber der Finanzmarkt sieht Tesla derzeit als ein Beispiel für die Automobilindustrie der Zukunft. Das Unternehmen gilt als Techaktie; und die Innovationen und Patente der letzten Jahre spiegeln das auch wider.

Weiterlesen mit manager magazin+

Mehr verstehen, mehr erreichen

Exklusive Insider-Stories, Trends und Hintergründe.

Ihre Vorteile mit manager magazin+

  • Alle m+-Artikel auf manager-magazin.de

    exklusive Recherchen der Redaktion und das Beste aus „The Economist“

  • Das manager magazin lesen

    als App und E-Paper – auf all ihren Geräten

  • Einen Monat kostenlos testen

    jederzeit online kündbar

Ein Monat für 0,00 €
Jetzt für 0,00 € ausprobieren

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement? Hier anmelden

Weiterlesen mit manager+

Immer einen Einblick voraus

Ihre Vorteile mit manager+

  • manager magazin+

    in der App

  • Harvard Business manager+

    in der App

  • Das manager magazin und den Harvard Business manager lesen

    als E-Paper in der App

  • Alle Artikel in der manager-App

    für nur € 24,99 pro Monat

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement?

manager+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit 24,99€. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um manager+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem manager-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung .