Mittwoch, 24. April 2019

Kritik vom Ex-GM-Chef US-Autolegende Bob Lutz sieht Tesla dem Untergang geweiht

Bob Lutz: Der ehemalige GM-Chef bezweifelt, dass Tesla seinen Höhenflug fortsetzen kann

Tesla bleibt im Rampenlicht: Mit der Präsentation des Elektro-Trucks "Semi" und des neuen "Roadster 2" hat Elon Musk in der vergangenen Woche noch einmal die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Dennoch kann der Tesla-Chef damit die drängenden Probleme bei der Produktion des Model 3 nicht überdecken: Seit Musk den Beginn der Massenproduktion von Teslas wichtigstem Modell ins nächste Frühjahr verschoben hat, wächst die Zahl der Kritiker, die schwierige Zeiten auf Tesla Börsen-Chart zeigen zukommen sehen.

Zu diesen Skeptikern zählt auch US-Autolegende Bob Lutz. Der ehemalige Chef des US-Autoriesen General Motors Börsen-Chart zeigen, der vor seinem Amtsantritt bei GM auch bei Ford, Chrysler und BMW gewirkt hatte, hat sich in der vergangenen Woche erneut skeptisch zu Tesla geäußert. Tesla sei "doomed", sagte Lutz einem Bericht des "Business Insider" zufolge.

Dabei ist Lutz voll des Lobes für die Führungsqualitäten von Tesla-Chef Elon Musk. Tesla sei nicht schlecht geführt, im Gegenteil, sagte Lutz in Anspielung auf die ausgeprägten Marketing-Qualitäten des Tesla-Frontmannes. Doch leider, und das sei das Problem, habe Tesla keinen entscheidenden technologischen Vorsprung und damit auch keinen Vorteil gegenüber den etablierten Autoherstellern wie GM, Ford, Daimler, BMW oder Volkswagen.

General Motors zum Beispiel habe sein günstiges Elektromodell "Chevy Bolt" bereits auf den Markt gebracht und könnte zum Jahresende bereits rund 5000 Chevy Bolt pro Monat verkaufen - während Tesla sich weiterhin darum bemühe, die Produktion des Model 3 auf einige hundert pro Woche hochzufahren. Von der geplanten Massenproduktion des Model 3 ist Tesla noch weit entfernt.

Tesla-Chef Musk: Rückschlag beim Model 3

Zudem fahren etablierte Autohersteller ihre Investitionen in die Elektromobilität derzeit rasant hoch: Mercedes stellt seine Transporter-Flotte auf Elektromobilität um, und Volkswagen will von 2018 bis 2022 satte 34 Milliarden Euro in die Entwicklung von E-Autos, autonomen Fahren und neuen Mobilitätsdiensten stecken.

Geld, das GM, Daimler und VW durch den Verkauf von Millionen von Autos erwirtschaften - und das Tesla derzeit nicht hat. Sowohl GM wie auch Tesla geben derzeit rund eine Milliarde Dollar pro Quartal aus, so Lutz - mit dem Unterschied, dass GM diese Summe aus den laufenden Gewinnen bezahlen kann, Tesla aber nicht.

Die Fortschritte der Konkurrenz machen auch Tesla-Aktionäre zunehmend nervös. Die Aktie des US-Autobauers, der inzwischen höher bewertet ist als BMW, hat in den vergangenen Tagen nachgegeben und sich von seinem Rekordhoch von 380 Dollar wieder deutlich entfernt.

la/mmo

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung