Dienstag, 16. Juli 2019

Handel mit Verschmutzungsrechten Tesla verdient Milliarden mit Abgasen von Fiat und GM

Tesla verdient viel Geld mit dem Handel von CO2-Zertifikaten

Fiat Chrysler und General Motors kaufen CO2-Zertifikate bei Tesla ein. Denn sie fürchten Strafen, weil ihre Autos im Schnitt noch zu viel des klimaschädlichen Gases ausstoßen. Tesla kassiert beim Handel mit diesen Verschmutzungsrechten Milliarden.

Um sich trotz vieler Autos mit schwacher Umweltbilanz für strengere Abgasvorschriften zu rüsten, haben General Motors (GM) und Fiat Chrysler wohl US-Emissionsrechte von Tesla gekauft. GM und Fiat Chrysler hätten diese Deals schon früher in diesem Jahr offengelegt, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am Montag unter Berufung auf entsprechende Dokumente, die im US-Bundesstaat Delaware eingereicht wurden.

Die Unterlagen enthielten zwar nicht viele Details, es sei jedoch das erste Mal, dass Autohersteller einräumten, sich zum Erreichen strikterer US-Umweltgesetze an Tesla zu wenden, heißt es in dem Bericht. Der Elektroautobauer wiederum habe seit 2010 fast zwei Milliarden Dollar Umsatz durch den Verkauf von Emissionszertifikaten gemacht. Hersteller, die weniger E-Autos im Angebot haben, können ihre Klimabilanz aufbessern, indem sie diese Abgasrechte kaufen.

Tesla kann das Geld angesichts seiner hohen Fixkosten und drückenden Schulden gut gebrauchen. Zudem hat sich der Aktienkurs seit Jahresende 2018 mehr als halbiert. Einzelne Analysten meinen, dass Tesla mittlerweile eine echter Sanierungsfall sei.Ein GM-Sprecher sagte Bloomberg, der Konzern wappne sich damit für "künftige regulatorische Unsicherheiten". Fiat Chrysler erklärte, so lange die US-Umweltvorschriften nicht mit der Nachfrage nach Autos auf dem Markt in Einklang stünden, sei der Kauf solcher Zertifikate ein probates Mittel. GM und Fiat Chrysler sind in den USA schon länger vor allem mit schweren SUV's und Pick-up-Trucks erfolgreich, die vergleichsweise viel Sprit verbrauchen.

Tesla äußerte sich zunächst nicht zu den Deals mit GM und Fiat Chrysler. Im April war bereits durch einen Bericht der "Financial Times" ein geplantes CO2-Handelsabkommen des Unternehmens von Tech-Milliardär Elon Musk in Europa bekanntgeworden. Demnach soll Fiat Chrysler Tesla Hunderte Millionen Euro zahlen, um die E-Autos der US-Firma in seine Fahrzeugflotte einrechnen und so künftige EU-Abgasvorschriften erfüllen und Strafen verhindern zu können.

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Bild: manager-magazin.de

Auch in Europa sieht Tesla neue Chancen, am Abgashandel zu verdienen. Zertifikatsverkäufe, sagte Finanzvorstand Zachary Kirkhorn laut Bloomberg bei einem Investorengespräch, würden künftig "einen bedeutenderen Teil des Tesla-Geschäfts" darstellen.

rei/dpa

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