Elon Musk übergibt erste "Model 3" Tesla-Fans werden sehr lange warten müssen

Tesla-Chef Elon Musk hat die ersten 30 Tesla "Model 3" ihren Besitzern übergeben. 500.000 Vorbestellungen für das neue Elektroauto gibt es. Klar ist, viele Kunden werden ihr Auto erst 2018 oder gar Ende nächsten Jahres bekommen. Wer indes mehr will als die Standard-Version, zahlt für das Elektroauto künftig bis zu 57.000 Dollar und mehr, sagt Elon Musk.
Tesla Model 3: Wer jetzt in den USA vorbestellt, dürfte das Auto erst Ende 2018 erhalten, sagt Tesla-Chef Elon Musk

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Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat inzwischen mehr als eine halbe Million Vorbestellungen für seinen günstigeren Wagen Model 3. Der Großteil der Vorbestellungen komme aus dem Heimatmarkt USA, sagte Firmenchef Elon Musk in der Nacht zu Samstag (MESZ) bei der Übergabe der ersten 30 Fahrzeuge an ihre Besitzer im Tesla-Werk im kalifornischen Fremont.

Musk informierte damit erstmals über die Nachfrage nach dem Model 3, nachdem sich zur Ankündigung des Model 3 im Frühjahr 2016 binnen weniger Wochen mehr als 370.000 Menschen auf die Warteliste setzen ließen. Tesla habe sich aber auch nicht bemüht, mehr Vorbestellungen zu gewinnen, da das mit dem erst beginnenden Hochfahren der Produktion keinen Sinn mache, sagte Musk.

Viele Vorbesteller werden ihr Model 3 erst 2018 bekommen

Tesla will im August 100 Wagen bauen und zum Dezember auf 20.000 Model 3 pro Monat kommen. Damit ist klar, dass auch viele Vorbesteller aus der ersten Welle bis tief ins kommende Jahr auf ihre Autos warten werden. Wer jetzt ein Auto bestelle, komme wohl erst Ende 2018 zum Zuge, erklärte Musk.

Das Model 3 spielt eine Schlüsselrolle für die Zukunft von Tesla: Mit einem Grundpreis von 35.000 Dollar (rund 29.600 Euro) soll es den Elektroauto-Hersteller aus der Luxus-Nische in den breiten Markt bringen. Die Tesla-Produktion soll von rund 84 000 Autos im vergangenen Jahr auf eine halbe Million Fahrzeuge 2018 steigen - und für 2020 peilt Musk die Millionen-Marke an.

Auch Model 3 soll komplett selbstfahrend werden

Musk kündigte an, das Model 3 mit der Zeit komplett selbstfahrend zu machen. Das Fahrzeug bekomme dafür standardmäßig die volle Ausstattung aus acht Kameras und einem Dutzend Sensoren, sagte Musk am Samstag. Zunächst sollen nur die Fahrassistenz-Funktionen aktiviert werden, die Software zum autonomen Fahren werde später in die Fahrzeuge geladen. "Der Plan ist, dass alle Teslas vollständig autonom fahren können", sagte Musk. Schon jetzt könne die Roboterwagen-Software im Hintergrund mitlaufen, um Daten für die Zukunft zu sammeln.

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Teslas Model 3 rangiert in einem Preissegment, in dem Musk auf massive Konkurrenz großer Autokonzerne stoßen wird. Sie arbeiten unter Hochdruck an eigenen erschwinglichen Elektrofahrzeugen - unter anderem bei VW heißt es, 30.000 Euro sei die Marke, bei der man Tesla "abfangen" wolle. Von BMW wird zur Internationalen Automobil-Ausstellung IAA im September nach Medienberichten eine elektrische Version seiner 3er-Reihe erwartet. General Motors ist bereits in dem Preissegment mit seinem Chevy Bolt präsent.

Zur Übergabe der ersten Wagen gab Tesla auch mehr technische Daten des Fahrzeugs bekannt. So soll die Reichweite mit der Standard-Batterie bei 220 Meilen (354 Kilometer) liegen und die Höchstgeschwindigkeit bei 130 Meilen pro Stunde (209 km/h). Von Null auf 60 Meilen pro Stunde (96,5 km/h) beschleunigt der Wagen in 5,6 Sekunden.

Musk verspricht 354 Kilometer Reichweite mit Standardbatterie

Für einen Aufpreis von 9000 Dollar bietet Tesla eine leistungsstärkere Batterie an, mit der die Reichweite 310 Meilen (499 Kilometer) erreichen soll, während die Höchstgeschwindigkeit auf 225 Kilometer pro Stunde steigt. Für die Fahrassistenz-Funktionen werden 5000 Dollar fällig und für die spätere Fähigkeit zum autonomen Fahren noch einmal 3000 Dollar.

Mit Upgrades liegt das Model 3 schnell bei 57.000 Dollar und mehr

Rechnet man alle diese Upgrades samt des bei Autofirmen üblichen Komfortpakets mit Glasdach, besserem Audiosystem und anderer Innenausstattung zusammen, ergibt sich bereits ein Preis von 57.000 Dollar. Und wenn man eine andere Farbe als Schwarz will, kommen noch einmal 1000 Dollar dazu. Preise für Europa soll es erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.

Aufschläge in dieser Größenordnung waren erwartet worden - und Branchenanalysten wiesen bereits darauf hin, dass Tesla damit beim Preis der besser ausgestatteten Modelle wieder deutlich über dem durchschnittlichen Wert für einen Neuwagen liegen werde. In den USA sind das gut 34.000 Dollar. Allerdings geht Musk davon aus, dass Tesla mit wachsender Produktion seine Preise senken kann.

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rei mit dpa