Sonntag, 20. Oktober 2019

Tesla-Chef schreibt Brandbrief an Mitarbeiter Elon Musk hält "Hardcore"-Maßnahmen für erforderlich

Tesla-CEO Elon Musk kündigt "Hardcore"-Maßnahmen an

Tesla-Chef Elon Musk kündigt harte Maßnahmen an. Denn in zehn Monaten könnte dem Elektroautobauer das Geld ausgehen, lautet die Befürchtung. Wenn es nicht "Hardcore"-Änderungen gebe, schrieb Musk vergangene Woche in einer eMail an die Mitarbeiter, von der mehrere US-Medien berichten.

Der Vorstandsvorsitzende von Tesla Börsen-Chart zeigen teilte darin mit, dass er die Kosten des Unternehmens im Rahmen seiner jüngsten Initiative zur Kostensenkung genauer untersuchen werde. Erst Anfang des Monats hatte Tesla Aktien und Wandelanleihen im Wert von 2,7 Milliarden Dollar erhalten. Nun müsse den Investoren bewiesen werden, dass das Unternehmen es auch Wert sei, heißt es in den Berichten.

"Aus diesem Grund müssen künftig alle Ausgaben jeglicher Art, einschließlich Teile, Gehalt, Reisekosten, Miete, buchstäblich jede Zahlung, die unser Bankkonto verlässt, überprüft werden", sagte Musk. So habe Tesla nur zehn Monate Zeit, um die Gewinnschwelle auf Quartalsbasis zu erreichen.

Teslas Versuche, Kosten zu senken, sind indes nicht neu. Schon im April 2018 teilte Musk in einer E-Mail an die Mitarbeiter mit, er habe sein Finanzteam angewiesen, "alle Ausgaben weltweit zu durchkämmen", um mögliche Kürzungen zu finden. Musk kündigte später an, zwischen 9 und 7 Prozent der Belegschafft entlassen zu wollen, auch sollte der Vertrieb der Elektrowagen umgestellt, indem Tesla weitgehend auf Händler verzichten möchte.


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Die neue Initiative folgt auf ein turbulentes Jahr für Tesla, in dem Analysten und Investoren Zweifel an der Fähigkeit aufkommen ließen, genügend Autos zu produzieren, zu verkaufen und auszuliefern, um einen nachhaltigen Gewinn zu erzielen.

Model 3: Die Produktion liegt derzeit bei gut 6000 Stück pro Woche

Ingenieure, die die "Wirtschaftswoche" im vergangenen Jahr engagiert hatte, kamen zu dem Ergebnis, dass das Tesla Model 3 bei einer Produktionszahl von 10.000 Stück pro Woche in der Herstellung circa 28.000 Euro koste, was Musk später bestätigte. Tesla liegt Bloomberg zufolge jedoch derzeit erst bei 6083 produzierten Wagen pro Woche. Das Model 3 ist zurzeit zu Preisen zwischen 35.000 und 78.000 Dollar zu haben, in Deutschland kostet der Wagen in der günstigsten Variante 45.000 Euro. Allein in Deutschland wurden im März dieses Jahres 2224 Einheiten Model 3 zugelassen.

Anfang 2019 hatte Musk noch mitgeteilt, daran zu arbeiten die Produktionskosten zu senken. Der Fokus liege darin in den kommenden Monaten die Kosten zu senken und gleichzeitig die Produktionsrate zu erhöhen. Zum Vergleich der BMW 3i gilt unter Experten ab einem Absatzvolumen von 20.000 Stück im Jahr als profitabel.

mit Material von Reuters

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