Samstag, 19. Oktober 2019

Auslieferungsrekord im zweiten Quartal Tesla-Chef Elon Musk hält Wort

Hat der Tesla-Chef zu viel versprochen? Nein, Elon Musk kann für das zweite Quartal den versprochenen Auslieferungsrekord präsentieren und überrascht die Analysten an der Wall Street.
Frederic J. BROWN / AFP
Hat der Tesla-Chef zu viel versprochen? Nein, Elon Musk kann für das zweite Quartal den versprochenen Auslieferungsrekord präsentieren und überrascht die Analysten an der Wall Street.

Der US-Elektroautobauer Tesla hat das Ziel von Firmenchef Elon Musk erreicht und im zweiten Quartal einen neuen Auslieferungsrekord aufgestellt. Insgesamt wurden in den drei Monaten weltweit 95.200 Wagen an die Kundschaft gebracht, teilte Tesla am Dienstagabend (Ortszeit) nach US-Börsenschluss mit. "Wir sind gut positioniert, damit die Produktion und die Auslieferungen im dritten Quartal weiter wachsen können", zeigte sich der Elektroautopionier zugleich optimistisch.

Damit übertraf das Unternehmen seinen bisherigen Bestwert von 90.700 Autos aus dem letzten Vierteljahr 2018 und auch die Erwartungen der Wall-Street-Analysten deutlich. Musk selbst hatte zwischen 90.000 und 100.000 ausgelieferten Elektroautos in Aussicht gestellt.

Am Markt kam die Nachricht gut an, die Aktie von Tesla Börsen-Chart zeigen legte nachbörslich zunächst um mehr als 7 Prozent zu. Dabei muss Tesla den Abgang zweier Topmanager just im Rekordquartal verkraften: Der von Audi abgeworbene Produktionsexperte Peter Hochholdinger wechselt zum Konkurrenten Lucid Motors, Europa-Chef Jan Oehmicke soll das Unternehmen nach nur einem Jahr verlassen haben.

Nachdem Teslas Auslieferungen im Vorquartal überraschend um kräftige 31 Prozent gesunken waren, war das Unternehmen an der Börse zeitweise stark unter Druck geraten. Die jetzt vorgelegten Zahlen waren mit Spannung erwartet worden, um zu sehen, ob das schwache Vorquartal nur ein Ausrutscher war.

In den drei Monaten bis Ende Juni entfiel der Großteil des Geschäfts mit 77.550 Auslieferungen wie erwartet auf Teslas Hoffnungsträger Model 3. Von den Vorgängermodellen S und X wurden zusammen 17.650 Stück ausgeliefert. Im Gesamtjahr 2019 will das Unternehmen weltweit zwischen 360.000 und 400.000 Elektroautos auf die Straße bringen.

Tesla produzierte im zweiten Quartal insgesamt 87.048 Fahrzeuge, den mit Abstand größten Teil davon machte ebenfalls das Model 3 aus.

Investoren bewerten das Unternehmen höchst unterschiedlich. Manche Anleger begeistern sich an der Vision von Tesla-Chef Elon Musk und verweisen auf die hohen Wachstumsraten. Skeptiker wundern sich dagegen, warum Tesla an der Börse inzwischen mehr wert ist als Branchenriesen wie General Motors , obwohl das Unternehmen nie profitabel war. Sie zweifeln auch am Charakter von Musk, der in der Vergangenheit durch unbedachte Äußerungen auf Twitter immer wieder in rechtliche Schwierigkeiten gekommen war.

rei/wed/dpa/Reuters

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