Dienstag, 25. Juni 2019

"Horses**t"-Attacke Hedgefonds-Promi schießt scharf gegen Tesla-Chef

Im Pferdeäpfel-Streit: Hedgefonds-Manager Einhorn (l.), Tesla-Chef Musk

Botschaften auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sowie andere öffentliche Äußerungen haben Tesla-Chef Elon Musk schon einiges an Ärger eingebracht. Aber mit Pferdeäpfeln wurde er dafür bislang noch nicht beworfen.

Genau das hat jetzt jedoch der amerikanische Hedgefonds-Manager David Einhorn getan - jedenfalls im übertragenen Sinne. Einhorn bezeichnete Äußerungen, die Musk über Tesla gemacht hat, auf einer Investmentkonferenz öffentlich als "horseshit" (zu deutsch, Pardon: "Pferdescheiße").

Wie der US-Sender CNN berichtet, war der Chef der New Yorker Investmentfirma Greenlight Capital der erste Redner auf der "Sohn Investment Conference". Er habe eine Reihe von Statements Musks zu Tesla gezeigt, verbunden mit dem Fazit: "Das ist Pferdesch****", so CNN.

Welche Äußerungen Musks Einhorn konkret kritisierte, macht CNN nicht deutlich. Der Tesla-Chef hat in der Vergangenheit allerdings bereits häufig vollmundig für sein Unternehmen geworben sowie großspurige Versprechungen gemacht.

Erst am Vortag etwa waren Aussagen Musks öffentlich geworden, wonach er dem Elektroautobauer einen Börsenwert von 500 Milliarden Dollar zutraue, basierend vor allem auf möglichen Fortschritten im Bereich des autonomen Fahrens. Zur Orientierung: Tesla wird gegenwärtig an der Börse zu einem Marktwert von rund 45 Milliarden Dollar gehandelt.

Für Schlagzeilen und viel Ärger sorgte zudem vor einigen Monaten Musks Ankündigung, Tesla Börsen-Chart zeigen von der Börse nehmen zu wollen, die er ebenfalls kurzerhand per Twitter verbreitet hatte. Die Ankündigung erwies sich als haltlos, woraufhin die US-Börsenaufsicht SEC eingriff und Musk zum Verzicht auf den Vorsitz des Tesla-Verwaltungsrates zwang.


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Bild: Mynd

Hedgefonds-Manager Einhorn ist indes nicht der erste Investor, der sich kritisch über Musks öffentliches Auftreten äußert. Auch Tesla-Aktionäre mahnten bereits an, der CEO möge sich mehr auf seine Kernaufgabe konzentrieren, nämlich das Unternehmen erfolgreich und profitabel zu machen. Die weltgrößte Fondsfirma Blackrock etwa setzte sich schon auf der Tesla-Hauptversammlung im Juni 2018 dafür ein, Musk die Doppelrolle des CEO und Verwaltungsratschefs, die er seiner Zeit noch innehatte, zu entziehen.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Allerdings verfolgt Einhorn womöglich auch ein Eigeninteresse mit seiner Kritik an Musk. Zwar sagte der prominente Hedgefonds-Chef auf der Sohn-Konferenz CNN zufolge nicht, ob er derzeit auf fallende Aktienkurse bei Tesla wette. In der Vergangenheit hat sich Einhorn jedoch einen Namen damit gemacht, Aktien zu "shorten" (also auf deren Kursverlust zu setzen), und die entsprechenden Firmen dann öffentlich anzugehen. Die negative Kursreaktion, die dann nicht selten wie von Einhorn beabsichtigt tatsächlich erfolgt, wird in Börsenkreisen auch als "Einhorn-Effekt" bezeichnet.

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