Samstag, 19. Oktober 2019

Palastrevolution bei Tesla fällt aus, aber ... Weltgrößter Fonds stellt sich gegen Elon Musk

 Elon Musk: Nimmt er die Kritik von Aktionären ernst, - ist er bereit, einen Teil Macht abzugeben? Noch ist das nicht der Fall
Mark Brake/Getty Images
Elon Musk: Nimmt er die Kritik von Aktionären ernst, - ist er bereit, einen Teil Macht abzugeben? Noch ist das nicht der Fall

2. Teil: Hoffnung für Tesla-"Gigafabrik" in China?

Die Ursache für die offensichtlich zunehmende Nervosität des Managers dürfte vor allem die stockende Serienfertigung des Hoffnungsträgers Model 3 sein - und die Tatsache, dass die Investoren den in der Vergangenheit immer wieder gebrochenen Versprechen des Managers zusehends weniger Vertrauen schenken: So notiert die Aktie aktuell 17 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Gleichwohl ist Tesla mit 49 Milliarden Dollar immer noch enorm hoch bewertet an der Börse. Zur Erinnerung: Der Elektroautobauer hat seit seinem Bestehen nicht ein Jahr mit einem Gewinn abgeschlossen und produziert gerade mal 100.000 Autos im Jahr. Tesla ist mit rund 49 Milliarden Dollar aber deutlich mehr wert als etwa der Massenhersteller Ford, der Millionen Autos jedes Jahr produziert und ausliefert.


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Die Fallhöhe für die Aktie und den extrovertierten Manager, der auch schon mal einen Tesla mit Raketen ins All schickt, ist also vergleichsweise hoch. Gelingt Musk mit dem Model 3 nicht der Durchbruch zum Massenhersteller, dürften der Zauber um die Aktie und die Person Elon Musk bald verflogen sein.

Ein Warnzeichen dürfte der Tesla-Chef sicher registriert haben und nicht unterschätzen: Viele Tesla-Fans scheinen das Warten mittlerweile leid zu sein, sie haben ihre Bestellung storniert und die 1000 Dollar hohe Anzahlung zurückverlangt:

Rund der 23 Prozent der Einlagen und damit einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag habe Tesla zurückzahlen müssen, berichtete zuletzt das angesehene US-amerikanische Fachmagazin "Recode" unter Berufung auf externe und Analysen von Kredit-und Debitkarten-Informationen. Tesla wies die Zahl als zu hoch zurück, weigerte sich aber, die Zahl der Abbestellungen zu beziffern.

Offenbar kleine Fortschritte bei gewünschter Gigafabrik in China

Unklar ist auch noch, wie es mit der von Tesla lang ersehnten eigenen Fabrik in China weitergehen wird. Tesla will auf dem größten und am schnellsten wachsenden Markt für Elektroautos eine eigene Produktion aufziehen. Elon Musk hatte sich bislang aber geweigert, das dafür notwendige Joint-Venture mit einem chinesischen Partner einzugehen. Musk will die Fabrik komplett allein besitzen und damit auch die Kontrolle über die Verkaufserlöse. Das lehnt die chinesische Regierung bislang ab.

Nun aber scheint etwas Bewegung in die Sache zu kommen. Tesla-Verkaufschef Robin Ren erklärte zur Hauptversammlung, man führe Gespräche mit Regierungsvertretern in China zu der erwünschten Fabrik. Sie seien "großartig" verlaufen. Details nannte der Manager aber ebenfalls nicht.

mit dpa

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