Freitag, 29. Mai 2020

Für Batteriezellenfertigung in Deutschland Tesla beantragt offenbar Staatshilfe

Elon Musk kündigte im vergangenen Jahr die Pläne zum Bau einer E-Autofabrik in Brandenburg an. Jetzt hat Tesla offenbar deutsche Staatshilfe für die Batteriezellenforschung und -fertigung beantragt - wo und in welchem Rahmen ist unklar.
Jae C. Hong / AP
Elon Musk kündigte im vergangenen Jahr die Pläne zum Bau einer E-Autofabrik in Brandenburg an. Jetzt hat Tesla offenbar deutsche Staatshilfe für die Batteriezellenforschung und -fertigung beantragt - wo und in welchem Rahmen ist unklar.

Der US-Elekroautobauer Tesla hat einem Medienbericht zufolge deutsche Staatshilfe für die Batteriezellfertigung und -forschung in Deutschland beantragt. Es gehe um Subventionen des Bundes, berichtete das "Handelsblatt" am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise.

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte dazu mit, man könne noch keine Namen von Firmen nennen, die am zweiten europäischen Großprojekt zur Batteriezellfertigung im Rahmen des Programms IPCEI beteiligt seien. Generell könnten auch außereuropäische Unternehmen teilnehmen. Von Tesla war zunächst kein Kommentar zu erhalten. In den Planungs- und Bauunterlagen der geplanten Fabrik im Brandenburgischen Grünheide zufolge will Tesla dort zwar Batterien zusammenbauen, eine eigene Zellfertigung ist aber bis jetzt nicht geplant.

Der Bedarf an Batteriezellen für Elektroautos wird in den kommenden Jahren deutlich steigen. Gerade den deutschen Herstellern drohen Versorgungsengpässe. Unter anderem warnte Daimlers Betriebsratschef Michael Brecht vor einer Batteriekrise.

Das Wirtschaftsministerium arbeitet derzeit daran, ein zweites europäisches Großprojekt zur Batteriezellfertigung anzuschieben. Laut Ministerium beteiligen sich 14 EU-Staaten an dem Vorhaben , darunter neben Deutschland auch Polen und Tschechien. Es seien "mehr als 55 Unternehmen" eingebunden. Am Montag wollten die Beteiligten bei einem Treffen im Ministerium die Notifizierung des Projekts bei der EU-Kommission vorbereiten.


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Tesla will bisherigen Angaben zufolge im brandenburgischen Grünheide in der vollen Ausbaustufe pro Jahr 500.000 E-Autos für den Export nach ganz Europa bauen und dafür mehrere Milliarden Euro investieren. Der bisherige Zeitplan sieht vor, dass bereits 2021 die ersten E-Autos vom Band rollen.

Widerstand gegen Teslafabrik in Brandenburg

Das von der Politik unterstützte Investitionsprojekt der Kalifornier stößt bei vielen Bewohnern der Region auf Skepsis und hat bereits Protest ausgelöst. Tesla-Chef Elon Musk mischte sich in die Debatte um Umweltschäden der Fabrik nahe Berlin ein. "Es sieht so aus, als ob wir ein paar Dinge klarstellen sollten", twitterte Musk. Tesla werde nicht pro Stunde 372 Kubikmeter Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz benötigen. Dies sei womöglich in seltenen Situationen der Fall, aber keine tägliche Routine.

Tesla hat inzwischen ein Bürgerbüro in der Gemeinde eröffnet, um die Anwohner zu informieren und ihnen Gelegenheit zur Diskussion zu geben.

rei/Reuters/afp

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