40-Tonner mit Elektroantrieb Schweizer Lkw-Schrauber kommen Teslas Supertruck zuvor

Elektro-Lkw von E-Force

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Kurz bevor Elon Musk seinen Elektro-Truck präsentiert, heizt der Tesla-Chef die Stimmung schon mal kräftig an. "This will blow your mind clear out of your skull and into an alternate dimension", trompetete Musk unlängst via Twitter. Am Donnerstag will der Firmenchef den emissionsfreien Sattelschlepper (verspätet) auf einer pompösen Abendveranstaltung zeigen.

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Doch tatsächlich ist Tesla (Kurswerte anzeigen) gar nicht einmal das allererste Unternehmen, das einen großen Elektrotruck auf die Straße bringt. Weit weniger spektakulär hat beispielsweise das Schweizer Umrüst-Unternehmen Eforce gerade elektrischen 40-Tonner eingeführt. Ebenfalls ab morgen zeigt die Firma ihren Koloss - und zwar auf dem eher beschaulichen Schweizerischen Nutzfahrzeugsalon.

"Unsere Fahrzeuge können voll eingesetzt werden", reklamierte Eforce-Manager Flavio Cueni gegenüber der "Luzerner Zeitung"  einen Vorsprung vor Tesla. Vorgängermodelle des Groß-Lkw seien bereits seit 2013 auf der Straße. Die 18-Tonner hätten eine Million Kilometer absolviert. Der 40-Tonner (der genaugenommen bis zu 44 Tonnen auf die Waage bringen kann) werde ab Dezember Hotels, Restaurants und Bäckereien in Zürich beliefern.

Bei dem Fahrzeug handele es sich um eine komplette Neuentwicklung auf Basis eines Iveco-Fahrgestells. Der Truck hat laut Eforce einen 550-Kilowatt-Motor - das sind umgerechnet fast 750 PS. Damit hat der E-Truck etwas mehr Power als ein handelsüblicher 40-Tonner mit Verbrennungsmotor. Das dürfte dem hohen Eigengewicht des Lasters geschuldet sein.

Tonnenschweres Herzstück ist die Batterie

Tonnenschweres Herzstück des Lkw ist die bis zu 310 Kilowattstunden fassende Batterie. In der Stadt soll sie eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern ermöglichen, auf der Autobahn schrumpft diese auf 180 Kilometer zusammen.

Tesla könnte am Donnerstag allerdings mit einem größeren Reichweiten-Versprechen kontern. Die Rede war zuletzt von 300 bis 500 Kilometern. Die Batterie müsste dann bis zu 600 Kilowattstunden Strom speichern können und würde vermutlich allein etwa 100.000 Dollar kosten, wie der Fachblog "Electrek" schätzt .

Um die Energiedichte des Akkus zu optimieren, ist Eforce von der bewährten Lithium-Eisenphosphat-Batteriezelle auf die Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Technologie umgestiegen. Trotz des enormen Gewichts soll der Lkw zwei Drittel weniger Energie verbrauchen als ein vergleichbarer Diesel-Laster.

Warum sich der E-Truck rechnen soll

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Deshalb soll sich der Betrieb für Speditionen lohnen: "Durch die geringen Betriebs- und Unterhaltskosten, sowie dem Wegfall von Steuern und Abgaben ist der Eforce ab einer jährlichen Laufleistung von 50.000 km wirtschaftlicher als der Diesel-Lastwagen", verspricht das Spezifikations-Blatt . Über einen Kaufpreis schweigt sich das Unternehmen allerdings noch aus.

Die Motoren von E-Autos arbeiten wesentlich effizienter als Verbrennungsmotoren. Zudem sind sie in der Lage Strom beim Bremsen oder Bergabfahren in die Batterie zu generieren und in der Batterie zu speichern. Beide Faktoren zusammengenommen machen das höhere Eigengewicht von E-Autos in den meisten Fällen mehr als wett.

Ein unmittelbarer ökonomischer Nutzen für Fuhrunternehmer muss auch beim Tesla das zentrale Versprechen sein. Spediteure schauen nun mal auf die Kosten-Nutzen-Rechnung und sehen ihre Fahrzeuge nur sehr begrenzt als Statussymbole - anders als Liebhaber des Model S.

Tatsächlich unterstellen Analysten Teslas Truck bereits einen gewissen Gamechanger-Charakter. In voller Gänze dieser sich aber nur entfalten, wenn der Truck zumindest mittelfristig autonom unterwegs sein kann. Eine Eigenschaft, über die der Batterie-Lkw der Schweizer Schrauber noch nicht verfügt.

Autokonzerne spielen ebenfalls vorne mit - und natürlich Warren Buffett

Beide Unternehmen liefern sich im Übrigen kein Duell - zahlreiche andere Firmen und Konzerne mischen längst im Rennen um den sauberen Laster mit, nicht zuletzt die deutschen Schwergewichte Daimler und Volkswagen mit den Töchtern MAN und Scania.

MAN hat gerade mitgeteilt, einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in elektrische Fahrzeuge zu investieren. Daimler-Tochter Fuso stellte unlängst einen 23-Tonnen-Laster mit 350 Kilometer Reichweite vor.

Und dann gibt es ja noch die Chinesen. So hat das Unternehmen BYD, an dem Starinvestor Warren Buffett beteiligt ist, gerade Pläne für ein Elektro-Laster-Werk in Kanada angekündigt .

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