Sicherheitsbedenken Chinesischer Bezirk verbannt Teslas von den Straßen

Der chinesische Bezirk Beidaihe will ab Juli keine Elektroautos von Tesla mehr auf den Straßen sehen. Hintergrund ist offenbar ein Führungstreffen der Kommunistischen Partei.
Tesla-Autos nicht erwünscht: China ist einer der größten Märkte und Produktionsstandorte von Tesla

Tesla-Autos nicht erwünscht: China ist einer der größten Märkte und Produktionsstandorte von Tesla

Foto: MIKE BLAKE/ REUTERS

Tesla-Autos dürfen ab dem 1. Juli für mindestens zwei Monate nicht in den chinesischen Küstenbezirk Beidaihe fahren. Das teilte ein Beamter der örtlichen Verkehrspolizei mit. In dem Küstenort östlich von Peking findet jährlich ein Führungstreffen der Kommunistischen Partei statt, bei dem hinter verschlossenen Türen über Personalentscheidungen und politische Ideen diskutiert wird. China gibt normalerweise die Termine für das Treffen nicht offiziell bekannt.

Die Entscheidung der Beidaihe-Behörden fällt nur wenige Wochen nachdem Tesla-Fahrzeugen das Befahren einiger Straßen in der Innenstadt von Chengdu untersagt worden war. Hintergrund war hier ein Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping (69) in der Stadt. In den sozialen Medien wurden Videos von Tesla-Autos veröffentlicht, die von der Polizei aus bestimmten Gebieten umgeleitet wurden. Offiziell angekündigt wurden die Beschränkungen allerdings nie.

Daten von Kameras werden gespeichert

Bereits im vergangenen Jahr verbot das chinesische Militär Tesla-Fahrern den Zugang zu seinen Komplexen und begründete dies mit Sicherheitsbedenken bei den Kameras an den Fahrzeugen. Elon Musk (50) sagte damals, dass Tesla-Fahrzeuge weder in China noch anderswo mit den Kameras spionieren würden. Einige Monate später gab er allerdings zu: Alle Daten, die von Autos in China generiert werden, werden auch im Land gespeichert.

Autohersteller statten Fahrzeuge zunehmend mit Kameras und Sensoren aus, die Bilder der Fahrzeugumgebung aufnehmen. Die Kontrolle darüber, wie diese Bilder verwendet und wohin sie gesendet und gespeichert werden, ist eine sich schnell entwickelnde Herausforderung für die Industrie und die Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt. Tesla-Autos verfügen über mehrere externe Kameras, um Fahrer beim Parken, Spurwechsel und anderen Funktionen zu unterstützen.

China ist einer der größten Märkte und Produktionsstandorte von Tesla, wo das Unternehmen die Fahrzeuge Model 3 und Model Y für den Inlandsverkauf und den Export aus seiner Fabrik im Wirtschaftszentrum des Landes, Shanghai, herstellt.

Das Tesla-Werk in Shanghai fertigte etwa die Hälfte der 936.000 Fahrzeuge, die der US-Autohersteller im vergangenen Jahr weltweit ausgeliefert hat. Allerdings wurde die Fabrik in diesem Jahr durch die coronabedingte Abriegelung in Shanghai behindert. Das Werk musste 22 Tage schließen.

sio/Reuters