Sonntag, 19. Mai 2019

Musks "Wette in Deutschland" Tesla greift BMW, Daimler, Audi und Porsche in der Heimat an

Attacke aus Amerika: Tesla-Chef Elon Musk (l.) fordert auch BMW und seinen Chef Norbert Reithofer in Deutschland heraus

2. Teil: Mittelfristig will Tesla eine Million Autos im Jahr bauen

• Um das Model S auch eingefleischten Schnellfahrern schmackhaft zu machen, gibt es eine Zusatzausstattung für den deutschen Markt. Das Fahrgefühl solle für hohe Geschwindigkeiten bis knapp über 200 Stundenkilometer verbessert werden, sagt Musk. Zudem soll die Software des Autos besser als bisher die Restreichweite bei Schnellfahrten berechnen. Zudem schlägt sie dem Fahrer die optimale Geschwindigkeit vor, bei der er es ohne Ladestopp bis an sein Ziel schafft. Dazu soll die Software sogar die aktuelle Windgeschwindigkeit und -Richtung auf der Strecke berücksichtigen

• Schon bis Anfang 2014 will Tesla die Zahl der Werkstätten in der Bundesrepublik deutlich erweitern. Etwa 80 Prozent der Deutschen sollen es maximal 100 Kilometer bis zum nächsten Service-Center haben

• Die Wartezeit für das Model S soll in Deutschland auf vier Wochen schrumpfen.

Damit spielt Deutschland eine wichtige Rolle für Tesla auf dem Weg zu einem Massenhersteller. In diesem Jahr will das Unternehmen 21.000 Autos verkaufen, 2014 sollen es 40.000 werden. Ende 2014 kommt das Model X, ein großer SUV auf den Markt. Im Frühjahr 2015 will Musk den Prototyp eines Massenmodells vorstellen, das er selbst mit dem 3er-BMW vergleicht. Mittelfristig will Tesla eine Million Autos im Jahr produzieren - dieses interne Ziel bestätigten mehrere Insider gegenüber manager magazin online.

In Ingolstadt, Wolfsburg und München dürften die Pläne für Aufsehen sorgen. Lange hatten deutsche Automanager die Visionen des Multi-Unternehmers Musk nur milde belächelt. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn sagte noch im vergangenen Jahr, ein Elektroauto könne nicht weiter als 150 Kilometer weit fahren.

Es sei fraglich, ob Autofahrer bereit seien, einen hohen Öko-Aufpreis für einen Tesla zu bezahlen, sagte Porsche-Chef Matthias Müller im Frühjahr gegenüber manager magazin online. Nachdem Tesla in den USA die ersten Verkaufserfolge erzielte, hat Müller in Windeseile einen Panamera für die Steckdose auf den Markt gebracht und preist die Dynamik des Elektromotors. Bei Audi erwägt man ernsthaft ein Comeback des Elektro-Sportwagens E-tron, wie manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

In München hatte BMW-Chef Norbert Reithofer bei manchen Mitstreitern einen schweren Stand, als er sein Elektroauto-Projekt mit den Wagen i3 und i8 umsetzte.

Ob auch Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch inzwischen umdenkt? In den vergangenen Jahren hatte er immer wieder betont, dass er nicht an den Erfolg von Elektroautos glaubte. Zumindest die Kalifornier nimmt er inzwischen aber offenbar ernst. Der Autofürst hat ein Model S in seinem Fuhrpark aufgenommen. Er will offenbar genau wissen, wer ihn da auf seinem Heimatmarkt angreift.

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