Kaution an Brandenburg fehlt Baustopp für Tesla-Werk Grünheide

Erneut kollidiert Teslas disruptiver Stil mit deutschen Behörden. Die Baustelle für die neue Fabrik bei Berlin muss ruhen, weil die Amerikaner eine fällige Sicherheit noch nicht hinterlegt haben.
Stillstand: Die bisherigen Bauten des Tesla-Werks in Grünheide (Mark) wurden in Rekordzeit hochgezogen - noch ohne abschließende Baugenehmigung, auf eigenes Risiko

Stillstand: Die bisherigen Bauten des Tesla-Werks in Grünheide (Mark) wurden in Rekordzeit hochgezogen - noch ohne abschließende Baugenehmigung, auf eigenes Risiko

Foto: Patrick Pleul / dpa

Der US-Elektroautohersteller Tesla muss Arbeiten auf dem Gelände für die geplante Fabrik in Grünheide bei Berlin vorerst ruhen lassen. Grund seien vom brandenburgischen Landesamt für Umwelt (LfU) geforderte und noch nicht erbrachte Sicherheitsleistungen für etwaige Rückbaukosten, bestätigte das Umweltministerium am Freitag auf Anfrage. Zunächst hatte der "Tagespiegel" darüber berichtet.

Demnach darf Tesla vorläufige Genehmigungen etwa für den Einbau der Maschinen in der Lackiererei und die Rodung des Waldes nicht weiter benutzen, wie aus einem Bescheid des Landesumweltamtes hervorgeht, der der Deutschen Presseagentur vorliegt. Tesla hätte demnach bis zum 17. Dezember eine Sicherheitsleistung in Höhe von 100 Millionen Euro erbringen müssen. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme am Freitagvormittag zunächst nicht zu erreichen.

Das Unternehmen hat dem Bescheid der Genehmigungsbehörde zufolge bis 4. Januar 2021 Zeit, die Leistungen zu hinterlegen. "Die Arbeiten können weitergehen, wenn die Sicherheit hinterlegt ist", erläuterte eine Ministeriumssprecherin.

Tesla plant ab kommendem Sommer in der Fabrik in Grünheide zunächst den Bau von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr mit rund 12.000 Mitarbeitern. Bis zu 40.000 Beschäftigte in einer möglichen vierten Ausbaustufe sind dort beschrieben.

In der vergangenen Woche hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg weitere Rodungen von Tesla nach einer Beschwerde des Naturschutzbundes Nabu und des Umweltverbands Grüne Liga Brandenburg untersagt. Die endgültige Entscheidung des Gerichtes steht bisher noch aus. Im Oktober stand die Baustelle schon einmal für einen Tag still - wegen nicht bezahlter Wasserrechnungen, woraufhin der Speed-King  Elon Musk (49) kurzerhand den Projektleiter entließ.

ak/dpa-afx
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