Gerichtsentscheidung in USA Tesla darf in Utah seine Autos nicht selbst verkaufen

Zum Showroom verdammt: Eine Dependance von Tesla in Salt Lake City darf keine Autos verkaufen, Testfahrten anbieten noch Preise verhandeln

Zum Showroom verdammt: Eine Dependance von Tesla in Salt Lake City darf keine Autos verkaufen, Testfahrten anbieten noch Preise verhandeln

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Zufall oder nicht. Als Tesla am Montag mit seinen jüngsten Verkaufszahlen signalisierte, dass das Unternehmen seine Absatzversprechen wohl wird halten können, versetzte der oberste Gerichtshof im US-Bundesstaat Utah dem Elektroautobauer einen empfindlichen Schlag. Nach US-Medienberichten bestätigten die Richter ein Gesetz, dass es dem Unternehmen im Ergebnis verbietet, seine Elektroautos in eigener Regie anstatt über Dritte zu verkaufen.

Seit 2015 streitet Tesla darum, in Utah eine Lizenz für den eigenständigen Verkauf seiner Autos zu bekommen und hat bereits über eine Tochtergesellschaft Millionen in den Bau einer Dependance in Salt Lake City investiert. Ursprünglich als vollwertiges Autohaus errichtet, fristet das Objekt aber ein Dasein als Service-Center und Showroom: Gegenwärtig können Kunden dort ihren Tesla  nur warten lassen, die Angestellten dürfen aber keine neuen Fahrzeuge verkaufen, Testfahren anbieten oder Preise verhandeln.

Tesla ficht solche Kämpfe auch in anderen US-Bundesstaaten aus. Während Indiana im Februar den Verkaufsbann noch verschärfte, setzte sich Tesla mit seinen Direktverkäufen in Wyoming durch. In New Jersey und Arizona hatten Behörden schon 2014 ein direktes Verkaufsverbot verhängt. Auch im Bundesstaat Michigan, wo alle großen Hersteller wie General Motors, Ford und Chrysler ihren Firmensitz haben, darf Tesla seine Autos nicht direkt vertreiben.

Wenn der Tesla-Mechaniker aus dem angrenzenden Staat anreisen muss ...

Michigan, quasi das Herz der US-amerikanischen Autoindustrie, hat Tesla sogar verboten, ein Servicecenter für schon bestehende Kunden zu errichten. Das zieht in der vermeintlich freiesten Marktwirtschaft der Welt absurde Folgen nach sich: Hat ein Kunde ein Problem etwa mit seinem Model S, muss ein sogenannter "Ranger" den Tesla-Fahrer persönlich aufsuchen. Nicht selten müssten diese Tesla-Mechaniker dann aus benachbarten US-Bundesstaaten anreisen, heißt es in einen Blog .

Musk zeigt sich unnachgiebig - Autohändler fürchten um ihr Netz

Für diese offensichtliche Benachteiligung gibt es Gründe. Tesla  , das im Herbst dieses Jahres mit dem Model 3 ein massentaugliches Elektroauto zu einem vergleichsweise bezahlbaren Preis auf den Markt bringen will, gilt nicht nur bei den etablierten Autobauern als aggressiver Angreifer.

Auch die Autohändler in den USA fürchten um ihre Pfründe. So lehnt es Tesla-Gründer Elon Musk strikt ab, seine Elektroautos über das weitverzweigte Netz unabhängiger Autohäuser zu verkaufen. Er will vielmehr den Vertrieb und Verkauf in eigenen Läden selbst kontrollieren.

Noch ist Tesla kein Massenhersteller, könnte mit dem Model 3 aber allmählich dazu aufsteigen. Gingen andere Autobauer den gleichen Weg, sehen die Händler das etablierte Vertriebsmodell gefährdet und üben in vielen Städten der USA daher massiv Druck auf Behörden und Gesetzgeber aus, den direkten Tesla-Verkauf zu verbieten.

Tesla selbst argumentiert, bei den Elektroautos, die oft noch mit einem sogenannten Autopiloten für den selbstfahrenden Betrieb ausgestattet sind, handelte es sich um komplexe neue Technologien. Deshalb wolle man den Vertrieb und Verkauf dieser Autos nicht in fremde Hände geben.

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Das Urteil von Utah kommentierte ein Tesla-Sprecher laut "Elektrek" : "Das Urteil ist enttäuschend für Tesla und alle Verbraucher, die an freien Märkte und nachhaltiger Energie interessiert sind. Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, dass Tesla in Utah ohne Einschränkungen arbeiten kann."

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