Mittwoch, 27. Mai 2020

Nach Umweltverträglichkeitsprüfung Naturschützer siedeln Ameisen auf Tesla-Fabrikgelände um

Ein Mitarbeiter der Firma Natur und Text GmbH siedeln Ameisen der Art Kahlrückige Waldameise von dem Baugelände der künftigen Tesla Giga Factory um.
Patrick Pleul / dpa-Zentralbild / ZB
Ein Mitarbeiter der Firma Natur und Text GmbH siedeln Ameisen der Art Kahlrückige Waldameise von dem Baugelände der künftigen Tesla Giga Factory um.

Auf dem Gelände der künftigen Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla in Brandenburg leben einige Tiere, die nun ein neues Zuhause finden sollen. Dazu zählen Waldameisen. "Ein Ameisenhügel wird umgesiedelt", sagte Kristian Tost vom Unternehmen Natur und Text am Dienstag in Grünheide.

Zahlreiche Waldameisen wurden am Dienstag mit Erde in weißen Tonnen verstaut und in einem benachbarten Wald wieder ausgesetzt. In einem Gutachten für die Prüfung der Umweltverträglichkeit des Projekts waren mehrere Waldameisennester ausgemacht worden. Weitere Umsiedlungen sind geplant.

Diese Kiefer ist der letzte Baum auf dem Baugelände der künftigen Tesla Giga Factory. In der Baumhöhle wohnten Fledermäuse der Art Abendsegler. Die Tiere sind ausgeflogen und somit kann der Baum gefällt werden.
Patrick Pleul / dpa-Zentralbild / ZB
Diese Kiefer ist der letzte Baum auf dem Baugelände der künftigen Tesla Giga Factory. In der Baumhöhle wohnten Fledermäuse der Art Abendsegler. Die Tiere sind ausgeflogen und somit kann der Baum gefällt werden.

Ameisen sind nicht die einzigen Tiere auf dem Gelände. Dort werden zum Beispiel auch Zauneidechsen vermutet. Es gab außerdem Fledermäuse. Eine einzelne Kiefer steht noch in dem gerodeten Bereich, die in den kommenden Tagen gefällt werden soll. In einer Höhle des Baumes waren bisher drei Fledermäuse zuhause, die das Quartier jedoch inzwischen verlassen haben. Das Beratungsunternehmen Arcadis hatte in Zusammenarbeit mit Natur und Text einen Fachbeitrag zum Artenschutz erstellt, der Teil der Unterlagen von Tesla zur Prüfung der Umweltverträglichkeit ist.

Tesla Börsen-Chart zeigen will in Grünheide (Kreis Oder-Spree) nahe Berlin in seiner ersten europäischen Fabrik nach bisheriger Planung ab Sommer nächsten Jahres rund 500.000 E-Autos im Jahr bauen. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung steht noch aus, aber Tesla bereitet den Bau auf eigenes Risiko bereits vor. Wann der erste Spatenstich gesetzt wird, war zunächst noch offen. Ein Termin zur Erörterung von Einwänden gegen das Projekt war wegen der Corona-Krise auf bisher unbestimmte Zeit verschoben worden.

msc/dpa

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung