Freitag, 19. Juli 2019

Aktie steigt nach Hauptversammlung Tesla-Chef Elon Musk verspricht Rekordquartal

Hört, hört: Das zweite Quartal soll viel besser gelaufen sein als das erste, sagt Tesla-Chef Elon Musk
Frederic J. BROWN / AFP
Hört, hört: Das zweite Quartal soll viel besser gelaufen sein als das erste, sagt Tesla-Chef Elon Musk

Endlich wieder gute Nachrichten aus dem Hause Tesla. Konzernchef Elon Musk rechnet nach Problemen im ersten Quartal für das laufende zweite Jahresviertel mit Rekordauslieferungen. Ob dann unter dem Strich auch ein Gewinn stehen wird, lässt er aber offen. Die Investoren greifen bei der Aktie trotzdem zu.

Tesla-Aktionäre können positive Nachrichten angesichts des halbierten Aktienkurses gut gebrauchen. Nicht nur Produktions- und Lieferprobleme, sondern auch erneut aufkeimende Sorgen um die finanzielle Ausstattung des Autobauers hatten die Titel zuletzt belastet. Tesla-Chef Elon Musk aber weiß wie er die Stimmung und den Aktienkurs heben kann:

Bei der Hauptversammlung am Dienstag zeigte sich Musk optimistisch für das laufende Quartal. Er rechne mit Rekordauslieferungen. Zudem sei das Unternehmen auf dem Weg, sein Produktionsziel bis Jahresende zu erreichen. Die Aktie von Tesla Börsen-Chart zeigen legte im nachbörslichen Handel um rund 4 Prozent zu.

Im Auftaktquartal waren die Auslieferungen um 31 Prozent eingebrochen. Tesla produzierte außerdem zuletzt deutlich weniger Elektroautos als erhofft. Zu Jahresbeginn schlug ein Nettoverlust von 702 Millionen zu Buche, weil das Unternehmen mit Problemen bei der Auslieferung seines Hoffnungsträgers Model 3 zu kämpfen hatte, von dem sich Tesla hohe Stückzahlen verspricht.

Für das zweite Quartal 2019 erwartet Tesla nach früheren Angaben die Auslieferung von 90.000 bis 100.000 Elektroautos, im ersten Quartal waren es knapp 63.000 Stück. Flüsterschätzungen an der Wall Street gehen nach Aussagen von Analysten jedoch lediglich von 70.000 verkauften Autos für das zweite Jahresviertel aus. In diesem Jahr will Tesla nach früheren Prognosen des Unternehmens 360.000 bis 400.000 Fahrzeuge absetzen.

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Bild: manager-magazin.de

Ein weiteres Problem, das sich mit dem ersten Quartal abzeichnete: Der Markt für Tesla-Autos wächst nicht so, wie sich das Elon Musk erhofft. Das noch vergleichsweise neue Model 3, das den Massenmarkt erobern soll, könnte die Nachfrage nach älteren Modellen (Model S und Model X) kannibalisieren, meinen einzelne Analysten. Größere Gewinnmargen aber werfen die teureren und besser ausgestatteten Luxusmodelle ab.

Hinzu kommt: China als Absatzmarkt, der für Tesla immer wichtiger werden soll, arbeitet hart an eigenen wettbewerbsfähigen Elektroautobauern. Auch dürfte für Tesla, das in China eine eigene E-Autofabrik hochziehen will, das Geschäft im Reich der Mitte deutlich schwieriger werden angesichts des eskalierenden Handelsstreits zwischen Washington und Peking.

rei mit dpa

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