Erneuter Kurssprung Tesla mehr wert als Daimler, VW und BMW zusammen

Tesla: Kursrally trotz Corona-Krise

Tesla: Kursrally trotz Corona-Krise

Foto: Amanda Voisard/ REUTERS

Mit einem kräftigen Kursplus der Tesla-Aktien von mehr als 10 Prozent hat der US-Elektroautobauer am Montag beim Börsenwert die deutschen Hersteller BMW , Volkswagen und Daimler zusammen genommen hinter sich gelassen. Tesla  bringt es nach der Mitte März begonnenen Erholungs-Rally mittlerweile auf einen Börsenwert von 145 Milliarden US-Dollar oder umgerechnet rund 134 Milliarden Euro. BMW, Volkswagen und Daimler bringen zusammen 128 Milliarden Euro auf die Waage.

Beobachtern zufolge profitierte der Tesla-Kurs am Montag von einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, der zufolge der Hersteller von Elektrofahrzeugen erste Schritte für eineWiederaufnahme der Produktion in seinem Werk in Kalifornien erwägt.

Vom Crash-Tief von Mitte März haben sich Tesla-Aktien bereits wieder mehr als verdoppelt. Bei den Aktien der deutschen Autokonzerne hielt sich dagegen die Erholung in Grenzen.

Positiv für Tesla  werten Analysten unter anderem, dass die Regierung Chinas Förderprogramme für Autos mit alternativen Antrieben verlängern will. "Tesla verfügt ohne Zweifel über die Markt- und Technologieführerschaft", hatte Analyst Sven Diermeier von Independent Research jüngst in einer Studie festgestellt. Auch habe Tesla den Absatz im ersten Quartal um 40 Prozent kräftig gesteigert. Damit entwickele sich das Unternehmen deutlich dynamischer als der gesamte Automarkt.

Corona bremst die Tesla-Verfolger aus

Die Corona-Krise hat der weltweiten Autoindustrie einen schweren Schlag versetzt. Die Produktion in den Werken steht still, die Autobauer erleiden schwere Einbrüche bei Absätzen und Gewinn. Zahlreiche Zulieferbetriebe sind in Existenznot geraten, Lieferketten geraten ins Wanken. Der Autobauer Daimler zum Beispiel hat seit Jahresbeginn seine Börsenbewertung beinahe halbiert.

Doch ausgerechnet der US-Elektroautobauer Tesla  hat inmitten der Corona-Krise zu einer rasanten Erholung angesetzt. Inzwischen peilt die Tesla-Aktie schon wieder die Marke von 800 US-Dollar an. Tesla hat seit seinem Kurstief vor knapp vier Wochen - am 18. März fiel das Papier auf 360 Dollar - seine Börsenbewertung mehr als verdoppelt.

Teslas Vorteil inmitten der Krise: Die Corona-Krise könnte die Aufholjagd der Konkurrenz bei der Elektromobilität ausbremsen. VW, Daimler und BMW benötigen einen Teil ihrer Cash-Reserven jetzt dringend, um den Betrieb am Laufen zu halten - die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei der E-Mobilität könnten darunter leiden.

Aufholjagd der Tesla-Verfolger wird gebremst

Die Schweizer Bank Credit Suisse hat Tesla  aus diesem Grund wieder hochgestuft und das Kursziel auf 580 US-Dollar angehoben. In Zeiten des Coronavirus sei der Elektroautobauer besser positioniert als die Konkurrenz, schrieb Analyst Dan Levy in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Die Viruskrise erhöhe den Wettbewerbsvorteil beim Übergang zu Elektroantrieben, der für andere Autohersteller nun noch schwerer zu stemmen sei. Autobauer, die bislang auf Verbrenner ausgerichtet sind, seien erst in der Umstellung hin zur Elektromobilität, die ihnen angesichts der aktuellen Verwerfungen im Produktionszyklus nun erschwert werde.

Zu Beginn der Woche hatte sich die Aktie von Tesla mit einem Plus von 14 Prozent an die Spitze des Nasdaq Stock Market  gesetzt , während gestandene Autobauer wie Ford und General Motors  mehr als fünf Prozent verloren. Auch am Dienstag legte die Aktie zweistellig zu. Seit der Elektroauto-Spezialist vor einigen Tagen überraschend hohe Auslieferungszahlen für das erste Quartal vermeldet hatte, geht es mit dem Papier seit sechs Tagen in Folge steil aufwärts.

Goldman sieht Tesla noch für lange Zeit in Führungsposition

Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs  beeilt sich, ihre Einschätzung der Aktie der aktuellen Kursentwicklung anzupassen. Goldman Sachs hat Tesla am Mittwoch mit "Buy" und einem Kursziel von 864 US-Dollar in die Bewertung aufgenommen. Tesla sei klarer Marktführer beim Absatz von Elektroautos, aber auch bei den Batterie-Reichweiten, schrieb Analyst Mark Delaney in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Die Führungsposition dürften die Amerikaner noch für lange Zeit innehaben.

la/dpa
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