Freitag, 19. Juli 2019

Terrafugia Fliegende Autos sind nah - mal wieder

Zukunftsvision: Modell "TF-X" von Terrafugia

Autos, die bei Bedarf auch abheben können, gehören zu den Klassikern der Zukunftsfantasien. Jetzt will US-Hersteller Terrafugia sein erstes Modell in zwei Jahren zur Marktreife bringen, die Finanzierung stehe schon fast. Doch diese Ankündigung ist nicht die erste.

Boston - "Wir sehen Terrafugia wirklich als das nächste Tesla." Mit diesem Satz markiert Carl Dietrich den Anspruch seiner Firma, zu den ganz Großen zu gehören. So wie die Kalifornier den kommerziellen Durchbruch mit reinen Elektrosportwagen geschafft haben und nun noch größere Pläne verfolgen, will Dietrichs Terrafugia fliegende Autos auf den Markt bringen.

Mitte 2016 werde das Modell "Transition" zu den ersten Kunden kommen, kündigte Dietrich nun gegenüber dem "Boston Business Journal" an. Es gebe bereits 100 Vorbestellungen zu einem derzeit auf 279.000 Dollar festgelegten Kaufpreis, also knapp 30 Millionen Dollar. Weitere 30 Millionen müsse die Firma noch an Kapital einsammeln, um die Produktion zu starten. Ein Prototyp ist bereits öffentlich abgehoben.

Geld für solche Visionen liegt derzeit praktisch auf der Straße. Das Familien-Startup Solar Roadways hat, begleitet von einem Youtube-Video mit schon mehr als 14 Millionen Zugriffen, auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo in kurzer Zeit fast zwei Millionen Dollar eingesammelt - obwohl es an deren Plan, Amerikas Straßen mit Solarzellen zu pflastern, auch reichlich Zweifel gibt.

Die Vorstellung vom fliegenden Auto kursiert bereits ein knappes Jahrhundert lang durch die Science-Fiction-Literatur, ebenso wie die von Robotern. Die sind jedoch längst wirtschaftliche Realität mit Multimilliardenumsätzen, auch dank Firmen wie iRobot, die ebenso wie Terrafugia von ehemaligen Tüftlern der Elitehochschule MIT gegründet wurde.

Doch Matt Novak vom Blog "Paleofuture" weist darauf hin, dass Terrafugia zwar weniger dubios sei als andere Entwickler fliegender Autos, doch schon mehrfach den kurz bevorstehenden Marktstart verkündet habe.

Ohnehin ist das Modell "Transition" noch nicht das Ziel der Träume, weil es offiziell als leichtes Sportflugzeug eingestuft wird (mit einer Sondergenehmigung für höheres Gewicht in den USA) und eine Startbahn zum Abheben braucht. Ein wirklich fliegendes Auto, dass bei Bedarf auch senkrecht in die Luft geht, hat Terrafugia auch in der Entwicklung: das "TF-X". Darauf müssen wir nach Firmenangaben aber noch acht bis zwölf Jahre warten.

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