Samstag, 19. Oktober 2019

VW steckt Millionen in Fahrdienst-App So funktioniert Gett, VWs neues App-Investment

Website des Taxi-Vermittlers Gett (Get Taxi): Elegant - und mit plakativer Werbung dafür, dass die Gett-Preise nicht nach Tageszeit schwanken.

Der Name ist einprägsam und schräg zugleich: 300 Millionen Euro steckt der Volkswagen-Konzern in ein Startup mit dem Namen Gett - und ist mit seinem Investment in einen Mobilitätsdienstleister nicht alleine in der Branche. Die Gett-Website präsentiert sich in schicken Schwarz- und Grautönen, weißen Schriften und ein ockerfarbenen Schaltflächen. Edel sieht das aus, weit weg von einer doch eher bodenständigen Branche: Dem Taxigewerbe.

Dabei startete Gett im Jahr 2011 unter dem Namen Get Taxi, und die Grundidee ist seither gleich geblieben: Gett vermittelt wie sein Gegenspieler Uber Fahrtdienstleistungen in Städten. Doch anders als der umstrittene Fahrdienst arbeitet Gett nur mit klassischen, lizensierten Taxifahrern zusammen - und nicht mit freiberuflichen Nebenerwerbs-Fahrern wie Uber.

Doch in einem Punkt gleichen sich die beiden Fahrdienstvermittler: Sie werben gerne sehr aggressiv um Kunden. Dabei schrecken auch sie nicht davor zurück, kräftig gegen den anderen zu stänkern oder sich mit nicht ganz sauberen Methoden zu triezen.

Gett setzt stark auf Unternehmen als Kunden

Wie jedes Startup, das etwas auf sich hält, hat auch Gett eine hübsche Gründungsgeschichte parat: Shahar Waiser kam die Idee zu seinem Taxi-Vermittlungsdienst im Jahr 2009, als er in der Silicon-Valley-Stadt Palo Alto 30 Minuten auf ein vorbestelltes Taxi warten musste - ohne zu wissen, wann es denn endlich da sein würde.

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"Ich dachte: Es ist absurd, dass man ein Taxi bestellen kann, wenn man es eilig hat. Doch dann weiß man nicht, wo es gerade unterwegs ist und wann es exakt am vorbestellten Ort sein wird", erklärte der heute 40-jährige Waiser vor ein paar Jahren der israelischen Tageszeitung Haaretz. Am Ende würden viele Taxi-Besteller dann schnell ein Fahrzeug auf der Straße herbeiwinken - aus Zeitgründen.

Die Gett-App ermöglicht Taxi-Bestellungen mit präzisen Informationen, wann der Wagen nun vor der Türe steht. Zudem erleichtert sie auch größeren Unternehmen die Taxi-Order. Anders als beim Taxiruf per Telefon muss per App nicht jedes Mal die genaue Adresse angegeben werden, zu der ein Fahrer kommen soll - die übermittelt die App automatisch. Abrechnen lassen sich Fahrten von Firmenmitarbeiter so auch viel leichter. Denn die Taxi-Passagiere reichen am Ende keine Rechnung bei ihrem Arbeitgeber ein, sondern bezahlen per Smartphone - und Firmen-Account.

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