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Zulassungs-Ranking: Das sind die beliebtesten SUV und Geländewagen in Deutschland

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Zeitenwende auf deutschem Automarkt SUV und Geländewagen erstmals beliebter als Golf-Klasse

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Zulassungs-Ranking: Das sind die beliebtesten SUV und Geländewagen in Deutschland

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Die Lust der Deutschen auf SUV und Geländewagen hat einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Erstmals sind in einem Jahr mehr Fahrzeuge dieser Segmente auf die Straßen gekommen als Wagen der Kompaktklasse, zu der der VW Golf zählt. Das geht aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor.

Demnach ließen die Behörden 2017 genau 820.552 SUV und Geländewagen zu. Das entsprach einem Marktanteil von 23,8 Prozent. Auf die Kompaktklasse entfielen 802.999 Autos oder 23,3 Prozent aller neuen Autos. Zuvor lagen die schweren Wagen in Summe noch nie vorn, wie Industriekreise gegenüber manager-magazin.de bestätigten.

Für die Automobilindustrie ist die Entwicklung einerseits von Vorteil: Kräftige Autos mit höher liegendem Einstieg wie Porsche Cayenne, Volvo XC 60 oder BMW X3 lassen sich in der Regel mit großer Gewinnspanne verkaufen. Der Abgasskandal hat dieses Segment offenbar nicht negativ beeinflusst - obwohl der Dieselantrieb darin traditionell wichtig ist.

"Die deutschen Autofahrer haben sich in SUV 'verliebt'", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Die Zahl der angebotenen Modelle sei auf 101 gestiegen. "Die Gewinne der deutschen Autobauer sprudeln durch SUV."

Anteil von SUV und Kompaktklasse-Wagen in Deutschland (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)

Anteil von SUV und Kompaktklasse-Wagen in Deutschland (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)

Foto: manager magazin online; Foto: Daimler

Auf der anderen Seite belastet der SUV-Boom den Druck die Hersteller: Da diese Fahrzeuge viel klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen, verschlechtern hohe Verkaufszahlen die CO2-Flottenbilanz.

Bis zum Jahr 2021 müssen Autobauer in Europa den Grenzwert von durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer einhalten. Viele SUV und Geländewagen kommen aber noch auf mehr als 150 Gramm.

Der SUV-Boom ist auch ein Grund, weshalb Deutschland seine Klimaziele für 2020 höchstwahrscheinlich nicht einhalten wird. Der positive Effekt sparsamerer Motoren wird durch den Trend zu größeren Fahrzeugen überkompensiert. Auch deshalb stieg der Verbrauch von Diesel und Benzin in Deutschland zuletzt an.

Welche Autobauer den Trend am besten ausnutzen

Die Autohersteller setzen nun gerade bei schweren Fahrzeugen auf elektrische und vor allem teilelektrische Modelle. Deren CO2-Ausstoß rechnet der Gesetzgeber sehr großzügig an, indem er ihn im Batteriebetrieb mit Null veranschlagt.

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SUV-Verkaufsschlager: Das sind die 15 meistverkauften SUVs der Welt

Foto: Opel

Modelle wie den Audi Q7, den BMW X5, den Porsche Cayenne oder den Mercedes GLE gibt es bereits als Plugin-Hybride, die sich an der Steckdose aufladen lassen. Die realistische elektrische Reichweite beträgt bei allen aber weniger als 50 Kilometer.

Inzwischen gibt es aber auch viele kleinere SUV mit Verbrennungsmotor, die das Klischee vom durstigen Spritfresser nicht mehr bedienen. Französische Hersteller wie Renault oder Citroen bieten etwa Modelle an, die offiziell weniger als vier Liter Diesel verbrauchen.

Welche 2017 die beliebtesten SUV und Geländewagen der Deutschen waren, sehen Sie hier. Welche zuletzt die weltweit beliebtesten Wagen dieser Klasse waren, sehen Sie hier.

Als deutschen SUV-Meister hat Auto-Experte Dudenhöffer Audi  gekürt. In den ersten drei Quartalen wurden seinen Berechnungen zufolge mehr SUV von Audi zugelassen als von der Marke Volkswagen  (Platz 2). Auf Rang drei folgt Mercedes-Benz (Daimler ) vor BMW . Bemerkenswert hohe SUV-Anteile wiesen Nissan  (63 Prozent) und Mazda (50 Prozent) auf.

Offiziell führt das Kraftfahrt-Bundesamt SUV und Geländewagen seit fünf Jahren in getrennten Segmenten. Dies sei "in enger Abstimmung mit Vertretern der Automobilindustrie vorgenommen" worden. Begründung: Geländewagen seien offroad-tauglich, SUV eher nicht. Autoexperte Dudenhöffer fasst weiterhin beide Segmente unter "SUV" zusammen.

Ob die Neuaufteilung des KBA auch dazu diente, den hohen Anteil spritschluckender Fahrzeuge in der Zulassungsstatistik zu verschleiern, bleibt unklar. Eine Anfrage von manager-magazin.de, von wem die Initiative für die Neueinteilung ausging, ließ die Flensburger Behörde unbeantwortet.

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