Sonntag, 31. Mai 2020

Unterwegs reicht das Smartphone Junge Autokäufer wollen gar kein total vernetztes Auto

Tankstopp-Anzeige von Audi: Jüngere Autokäufer lassen von den extra von Herstellern entwickelten Diensten nicht so richtig beeindrucken, zeigt eine Studie

2. Teil: Statusverlust: Jüngere sehen Autos eher als Gebrauchsgegenstand

Fraglich ist zudem, wie die Autohersteller mit einem breiteren Dienste-Angebot Geld verdienen können. Denn laut der Studie von McKinsey, bei der weltweit 2000 Autofahrer befragt wurden, will derzeit nur ein Fünftel aller Autofahrer für Abo-Dienste in ihrem Wagen bezahlen.

Bei jüngeren Autofahrern, die mit einer Überfülle an kostenlosen Apps für ihre Smartphones aufgewachsen sind, ist dieser Prozentsatz wohl noch geringer. Und die Autobranche tut sich schwer, mit ihren Verkaufsstrategien bei jüngeren Kunden zu punkten. Zwar haben Autos auch für die 18-34-jährigen Deutschen durchaus noch Stellenwert. Doch 51 Prozent der Befragten räumen dem neuesten Smartphone einen höheren Stellenwert ein als dem aktuellsten Automodell.

Als Mittel, um sich von anderen bewundern zu lassen, taugen Autos unter jüngeren kaum mehr. Zwei Drittel der Befragten erklärten, dass Autos als Statussymbole in ihrem Freundeskreis weniger wichtig werden. Rund 71 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Carsharing in Großstädten eine sinnvolle Alternative zum Autobesitz ist. "Autos werden vermehrt zum Gebrauchsgegenstand, den man für die persönliche Mobilität einfach nutzt", meint Stöckle.

Beim Autohändler mögen es viele Junge noch klassisch

Weniger überraschend ist hingegen, dass für zwei Drittel der Befragten ein Neuwagen erst gar nicht in Frage kommt - sondern eher ein Gebrauchtwagen. Denn das Durchschnittsalter von Neuwagenkäufern liegt in Deutschland längst über 50 Jahren.

Unter den jüngeren können sich aber bereits 43 Prozent können sich vorstellen, ihr nächstes Auto komplett im Internet auszuwählen und zu kaufen. Dennoch können sich auch vergleichsweise viele jüngere Deutschen für die Händler-Glaspaläste in den Automeilen erwärmen. Nur 37 Prozent halten solche klassischen Autohäuser für nicht mehr zeitgemäß. In den USA, wo dieselben Fragen gestellt wurden, halten 55 Prozent der 18-34-Jährigen klassische Autohändler am Stadtrand für "zunehmend irrelevant".

Beste Autothemen auf Twitter

Seite 2 von 2

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung