Samstag, 7. Dezember 2019

Strikte EU-Abgasnormen ab 2021 Studie stellt BMW an den CO2-Pranger

Abgase aus CO2-Auspuff: Laut einer Studie könnte BMW die strengen EU-Abgasnormen ab 2021 um mehrere Jahre verfehlen

Von wegen "EfficientDynamics": Wenn BMW so weitermacht wie bisher, verfehlt der Autohersteller laut einer Studie die ab 2021 geltenden CO2-Abgasnormen der EU deutlich. Den Bayern drohen in diesem Fall millionenteure Strafen. Doch die Studie vernachlässigt ein entscheidendes Detail.

Hamburg - Jahrelang galt Daimler als Nachzügler bei der von der EU vorgeschriebenen Senkung des CO2-Ausstoßes für alle Neuwagen. Doch die Stuttgarter haben in den vergangenen Jahren offenbar mächtig aufgeholt. Nun steht ausgerechnet Erzkonkurrent BMW Börsen-Chart zeigen in der Kritik: Einer Studie des Brüsseler Thinktanks Transport & Environment zufolge könnten die Bayern - anders als Daimler Börsen-Chart zeigen - die ab 2021 geltenden strengen EU-Vorgaben gleich um mehrere Jahre verfehlen.

Dabei waren die Bayern unter den Luxusauto-Herstellern Vorreiter bei der Senkung des CO2-Ausstoßes: Als erster Premiumhersteller statteten die Bayern etwa alle ihre Modelle serienmäßig mit Start-Stopp-Systemen aus. Der Autohersteller vermarktet seine Maßnahmen zur Verbrauchssenkung seit Jahren unter dem Begriff "EfficientDynamics".

BMW ist laut der Studie nicht alleine: Auch die aktuellen Anstrengungen von General Motors (GM) Börsen-Chart zeigen, Fiat Börsen-Chart zeigen und Hyundai Börsen-Chart zeigen zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes reichen nicht aus, um die in sieben Jahren geltenden Emissionsvorgaben zu erfüllen. Damit drohen vier der zehn größten europäischen Autohersteller Strafzahlungen, die sich auf hunderte Millionen Euro summieren könnten. Allerdings greift die Studie auf eine vergleichsweise simple Prognosetechnik zurück - und lässt ein wichtiges Instrument zur Reduzierung des CO2-Flottenverbrauchs außer acht.

Weltweit schreiben Regierungen Herstellern die schrittweise Reduzierung der CO2-Emissionen aller verkauften Neuwagen vor. Die EU hat das strengste Regelwerk weltweit erlassen. Zwischen 2011 und 2021 sollen die CO2-Emissionen von Neuwagen um fast 50 Prozent sinken.

Hersteller sehen sich voll im Zeitplan

Das stellt die Branche vor große Herausforderungen: Um die Vorgaben zu schaffen, müssen die Autohersteller Motoren verkleinern, ohne die PS-Zahl nach unten zu schrauben. Zudem muss das Gewicht von Neuwagen deutlich sinken und die Hersteller müssen einen Teil ihrer Neuwagen mit Elektroantrieben oder Brennstoffzellenaggregaten verkaufen. Dafür investieren die Konzerne Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung.

Die Studie von Transport & Environment analysiert dabei die Fortschritte jedes einzelnen Herstellers bei der CO2-Reduzierung in den vergangenen sechs Jahren - und schreibt diese für die nächsten Jahre fort.

Ab 2021, so sehen es die EU-Regelungen vor, sollen sämtliche verkauften Neuwagen eines Herstellers im Schnitt nur mehr 95 Gramm CO2 je Kilometer in die Luft blasen. Basierend auf der aktuellen CO2-Reduzierungsrate wird Fiat dieses Ziel um ein Jahr verfehlen. GM und BMW schaffen diesen Schnitt erst 2024, Hyundai ist damit noch ein Jahr später dran.

Gegenüber der Financial Times betonten alle vier Hersteller jedoch, voll im Zeitplan zu sein und die CO2-Vorgaben der EU bereits im Jahr 2021 einhalten zu wollen. Künftige Motorengenerationen und Plattformen werden den durchschnittlichen CO2-Ausstoß in den kommenden Jahren schneller sinken lassen als bisher, argumentieren die Produzenten.

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