Stellantis Chipmangel setzt Opel-Mutterkonzern zu

Jetzt auch Stellantis: Wegen des weltweiten Chipmangels büßt der Opel-Mutterkonzern mehr als ein Zehntel seiner geplanten Produktion ein. Erst in der zweiten Jahreshälfte werde sich die Lage entspannen.
Vielmarken-Konzern Stellantis: Wegen des weltweiten Chipmangels produzierte der Autobauer mit 14 Marken deutlich weniger Fahrzeuge als geplant

Vielmarken-Konzern Stellantis: Wegen des weltweiten Chipmangels produzierte der Autobauer mit 14 Marken deutlich weniger Fahrzeuge als geplant

Foto: MASSIMO PINCA / REUTERS

Der weltweite Mangel an Elektronikbauteilen macht dem Opel-Mutterkonzern Stellantis schwer zu schaffen. Von Januar bis Ende März konnten 190.000 Fahrzeuge nicht gebaut werden, das waren rund elf Prozent der geplanten Produktion, teilte Stellantis am Mittwoch in Amsterdam mit. Eine verbesserte Lage bei Halbleitern erwartet der Konzern erst im zweiten Halbjahr. Auch andere Hersteller sind von der Krise betroffen. Fiat Chrysler (FCA) und der Peugeot-Hersteller PSA hatten Mitte Januar ihre Fusion zum viertgrößten Autobauer der Welt abgeschlossen. Der Konzern führt 14 Marken wie Fiat, Peugeot, Citroën, Jeep, Maserati oder Alfa Romeo und hat starke Standbeine in Europa sowie in Nordamerika.

Stellantis setzte im ersten Vierteljahr 34,3 Milliarden Euro um und verkaufte rund 1,48 Millionen Fahrzeuge. Der Absatz stieg um elf Prozent auf 1,57 Millionen Fahrzeuge - im Vergleich mit anderen Autobauern eine eher moderate Absatzerholung.

Ford-Werke in Köln müssen Produktion für längere Zeit einstellen

Weltweit leidet die Autoindustrie seit Ende letzten Jahres unter einem Engpass an Computerchips. Die Chip-Hersteller hatten aufgrund der hohen Nachfrage nach Kommunikations- und Unterhaltungselektronik vorrangig diese Branche bedient, während die Autoindustrie wegen Absatzproblemen in der Corona-Krise vorübergehend die Abrufe reduziert und dann zum Teil zu spät neu bestellt hatte.

Erst am vergangenen Montag kündigte Ford an, wegen fehlender Halbleiter-Chips die Auto-Produktion in den Werken in Köln in den nächsten Monaten nahezu komplett einstellen zu müssen. Der Konzern habe für die Zeit vom 3. Mai bis zum 18. Juni sowie vom 30. Juni bis zum 9. Juli mit der Arbeitnehmervertretung Kurzarbeit in der Produktion vereinbart. In dieser Zeit stünden die Bänder still. Betroffen seien rund 5000 der 15.000 Mitarbeiter in Köln. An den zweiten Produktionsstillstand bis Mitte Juli schließen sich dann die Werksferien an. Die Produktion starte wieder 16. August, hieß es.

Auch die Autohersteller Volkswagen, Audi, Daimler und BMW haben wegen des Chipmangels bereits Produktionseinschränkungen hinnehmen müssen. Nicht nur aber auch aus diesem Grund kündigte Volkswagen zuletzt an, neben der Software für selbstfahrende Autos auch die dafür nötigen Hochleistungschips selbst zu entwickeln. Selbst fertigen wolle der Konzern die Halbleiter nicht, aber deren Design und technische Auslegung bestimmen und nach Möglichkeit die Patente besitzen, hieß es in Presseberichten.

rei/Reuters/dpa-afx
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