Aktie mit Kurssprung Stellantis steigt bei Lithium-Start-up Vulcan ein

Carlos Tavares will den viertgrößten Autobauer der Welt zum Vorreiter in Sachen Elektromobilität machen. Dafür sichert sich der Stellantis-Chef schon jetzt den Zugriff auf einen der wichtigsten Rohstoffe.
Will den Autobauer zum Elektro-Primus umbauen: Stellantis-Chef Carlos Tavares

Will den Autobauer zum Elektro-Primus umbauen: Stellantis-Chef Carlos Tavares

Foto: Stefano Guidi / Getty Images

Der Autobauer Stellantis steigt bei dem angehenden deutsch-australischen Lithiumförderer Vulcan Energy ein. Stellantis werde einen Anteil von 8 Prozent für umgerechnet rund 50 Millionen Euro erwerben, teilte Vulcan mit. Die Aktie  der an den Börsen Frankfurt und Sydney gelisteten Vulcan Energy schnellten fast um ein Viertel in die Höhe.

Das Geld soll zum Aufbau der Lithiumgewinnung aus Thermalwasser am Oberrheingraben zwischen Frankfurt und Basel eingesetzt werden. Das 2018 gegründete Start-up aus Karlsruhe hat angekündigt, ab 2025 mindestens 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid jährlich gewinnen zu wollen. Genug für die Batterien von einer Million Elektroautos. Der Investitionsbedarf beläuft sich auf mindestens 1,7 Milliarden Euro.

Stellantis gehört wie auch Volkswagen, Renault, die koreanische LG sowie die belgische Umicore, zu den Unternehmen, mit denen Vulcan Liefervereinbarungen über mehrere Hunderttausend Tonnen geschlossen hat. Diese stehen unter dem Vorbehalt, dass die Produktion aufgebaut werden kann. Etliche Bürgerinitiativen kämpfen gegen die Pläne, denn sie befürchten Erdbeben durch die geothermischen Bohrungen. Wie sich Vulcan-Energy-Chef Horst Kreuter (65) seine Anlage vorstellt und warum die Versprechen fast zu gut klingen, um wahr zu sein, können Sie hier  noch einmal nachlesen.

Vulcan ist nicht das einzige Unternehmen, das in Deutschland den begehrten Rohstoff produzieren will. Das kanadische Unternehmen Rock Tech Lithium will im brandenburgische Gruben eine entsprechende Fabrik hochziehen. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Herbst beginnen. Rock Tech Lithium will jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid für die Batterien von 500.000 Elektroautos produziert werden.

Stellantis-Chef Carlos Tavares (63) will sein Unternehmen noch in diesem Jahrzehnt vollständig auf Elektroautos umstellen. Bis 2038 und damit als erster Autobauer soll Stellantis zudem nicht nur mit seinen Produkten, sondern über die gesamte Wertschöpfung CO2-neutral sein. Stellantis ist der viertgrößte Autobauer der Welt, zu ihm gehören Marken wie Opel, Peugeot oder Chrysler.

mg/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.