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Teslas Gigafactory: Hier entsteht die größte Fabrik der Welt

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Teslas Batterie-"Gigafactory" Amerika sucht den Super-Standort

Selten hat eine geplante Fabrik solchen Wirbel ausgelöst wie Teslas "Gigafactory". Fünf US-Staaten kämpfen um die riesige Batteriefertigung des Elektroauto-Herstellers, in geeigneten Industriegebieten liegen Paparazzi auf der Lauer.

Hamburg - Manchen Tag und manche Nacht hat Bob Tregilus zuletzt in der Wüste von Nevada verbracht. Ausgerüstet mit seiner Kamera, beobachtete der Lokalblogger 50 Bulldozer dabei, wie sie den unteren Teil eines Hügels abtrugen und so eine riesige ebene Fläche erschufen. Eine Fläche, wie gemacht für die geplante "Gigafactory", in der Autobauer Tesla künftig Batterien für seine Elektrofahrzeuge herstellen will.

Die Baustelle bei Reno ist hermetisch abgeriegelt, ein Schild mit der Aufschrift "Project Tiger" stiftet eher Verwirrung als Aufklärung. Doch nachdem Tregilus mit Anwohnern, Lokalpolitikern und Bauarbeitern gesprochen hat , ist er "zu 99 Prozent sicher": Hier soll die Gigafactory entstehen.

Die Gigafactory ist derzeit so etwas wie das heißeste Industrieprojekt in den USA. Fünf Bundesstaaten reißen sich um das Vorhaben. Elon Musk will mit der Anlage dort Akkus für das für 2017 geplante Massenmodell von Tesla herstellen und die Autoindustrie so noch stärker aufmischen als er es ohnehin schon getan hat.

Deal mit Panasonic zum Bau der Fabrik ist bereits besiegelt

Die Eckdaten des Vorhabens :

• Etwa fünf Milliarden Dollar wollen Tesla und Partner - darunter Panasonic, wie Tesla am Donnerstag bestätigte - in die Fabrik investieren

• Die Anlage allein würde die globale Produktion von Lithium-Ionen-Zellen verdoppeln, die Batterie-Kosten sollen dank der Massenfertigung um 30 Prozent sinken

• Gespeist werden soll die Fabrik aus Strom, den neue Wind- und Solarkraftwerke vor Ort erzeugen.

• Ungefähr 6500 Arbeiter sollen in der Fabrik beschäftigt sein und im Jahr 2020 Batterien für 500.000 Autos herstellen.

Zudem sollen die Batterien zur Speicherung von Solarstrom in Privathäusern dienen. Musk mischt auch bei der Firma Solar City mit, deren Mitarbeiter massenweise Photovoltaikanlagen auf US-Häuser schrauben.

Außer Nevada reißen sich Texas, New Mexiko, Arizona und Kalifornien um das Megaprojekt. Sie alle sind in einen bizarren Wettkampf eingetreten. Musk schaut genüsslich zu, wie sich einzelne Kommunen in den Bundesstaaten mit Steuernachlässen, Verwaltungs-Beschleunigungsprogrammen und anderen Formen des Entgegenkommens überbieten.

Wie Musk Texas lockt

Dabei wurde sogar Texas' erzkonservativer Gouverneur Rick Perry zu Teslas Fürsprecher. Lange hatte er nichts dafür getan, dass Tesla in Texas Autos direkt verkaufen darf - die Haltung änderte er, als Musk seinen Bundesstaat auf die Kandidatenliste gesetzt hatte. Musk wiederum stellte Texas neben der Gigafactory langfristig eine Fabrik für Elektro-Pick-Ups in Aussicht.

Nachdem Musk nicht wie geplant schon im Juni den Standort für die Fabrik genannt hat, könnte es nun so weit sein: Am Donnerstag präsentiert Tesla seinen Halbjahresbericht.

Dann weiß auch Lokalblogger Tregilus, ob sich seine Feldrecherche in der Wüste gelohnt hat. Vielleicht wird Reno aber auch nur eine Art Ausweichstandort. Denn Musk hat gesagt, es seien auch an mehreren Orten Aushubarbeiten möglich - damit schon alles vorbereitet ist, wenn er die zweite und dritte Gigafactory bauen will.

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