Britische Sportwagenschmiede Ex-VW-Vorstände Macht und Jacoby sollen McLaren helfen

Die britische Sportwagenschmiede McLaren verstärkt ihren Aufsichtsrat gleich mit fünf neuen Köpfen - darunter zwei Auto-Schwergewichte: Ex-Porsche-Chef Michael Macht sowie Ex-Volvo-Chef Stefan Jacoby, die beide auch schon im VW-Vorstand saßen.
Scherentüren, aber noch wenig E beim Antrieb: Der Sportwagenbauer McLaren holt sich zwei erfahrene deutsche Automanager in den Aufsichtsrat

Scherentüren, aber noch wenig E beim Antrieb: Der Sportwagenbauer McLaren holt sich zwei erfahrene deutsche Automanager in den Aufsichtsrat

Foto: AFP

Kurz nach einer kräftigen Kapitalspritze verstärkt die britische Sportwagenschmiede McLaren ihren Aufsichtsrat und holt sich dabei gleich zwei erfahrene Schwergewichte der Autoindustrie ins Haus: Wie McLaren mitteilte, werden unter anderem Ex-Porsche-Chef Michael Macht (61) sowie Ex-Volvo-Chef Stefan Jacoby (63) als "non-executive directors" ins "Board" des Unternehmens aufgenommen. Die Funktion ist vergleichbar mit der des Aufsichtsrats in hiesigen Aktiengesellschaften.

Neue Aufgabe: Ex-Porsche-Chef Michael Macht ...

Neue Aufgabe: Ex-Porsche-Chef Michael Macht ...

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Die Neuzugänge bringen signifikante Erfahrung und Expertise in das Gremium, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Damit wolle McLaren seine langfristige Wachstumsstrategie bekräftigen, nach einer erfolgreichen Kapitalerhöhung vor einigen Monaten. Bestehende und neue Investoren hatten Mitte dieses Jahres insgesamt 550 Millionen Pfund (rund 588 Millionen Euro) in den Autobauer gesteckt.

Von den Geldgebern kommen auch drei weitere Neuzugänge im McLaren-Aufsichtsrat: Ibrahim Khaled Almojel repräsentiert den Public Investment Fund (PIF), den Staatsfonds Saudi-Arabiens also, der sich neu an McLaren beteiligt hat. Scott Graves wird als Vertreter der Investmentgesellschaft Ares Management Corporation, ebenfalls Neuaktionär, in das Gremium aufgenommen. Zudem stößt Omar Syed als Repräsentant des McLaren-Investors Mumtalakat, des Staatsfonds aus Bahrain, dazu.

... und Ex-Volvo-Chef Stefan Jacoby sollen McLaren helfen

... und Ex-Volvo-Chef Stefan Jacoby sollen McLaren helfen

Foto: imago images

Spannend für die Zukunft McLarens als Autohersteller dürften allerdings vor allem die Herren Macht und Jacoby sein. Wie viele andere Unternehmen der Branche stehen die Briten vor der Aufgabe, sich fit für die elektrobetriebene Zukunft zu machen. Nach durchgestandener Corona-Krise bereitet McLaren gerade den Marktstart des Modells Artura vor, des ersten Hybrid-Supersportwagens, den der Konzern in Serie produzieren will. Die Kenntnisse von Macht und Jacoby in der Massenproduktion von Fahrzeugen kommen da vermutlich gerade recht.

Aus Manufakturen müssen Serienhersteller werden

Traditionell gelten die britischen Sportwagenbauer wie McLaren oder auch Aston Martin eher als "feine Manufakturen", deren Fachgebiet weniger die Serienfertigung ist. Wollen die Firmen in Zukunft erfolgreich mitmischen, so müssen sie Beobachtern zufolge allerdings Elektroautos in höherer Stückzahl bauen, um profitabel arbeiten zu können.

Dabei sollen mit Michael Macht und Stefan Jacoby zwei alte Hasen des Autobaus helfen. Macht war mehr als 30 Jahre in Führungspositionen bei Porsche und Volkswagen tätig. Unter anderem war er von 2009 bis 2010 Chef der Porsche AG. Zuvor verantwortete Macht bei Porsche den Bereich Produktion und Logistik. Auch bei Volkswagen fungierte er als Produktionsvorstand.

Der Deutsche Jacoby diente an der Spitze der US-Tochter ebenfalls bereits im Volkswagen-Management. Zudem war er Chef des schwedischen Autobauers Volvo, bis er dort nach einem Schlaganfall entlassen wurde. Zuletzt saß Jacoby im internationalen Management des US-Konzerns General Motors.

Die Geschäftszahlen, die McLaren zuletzt veröffentlichte, geben den Verantwortlichen offenbar Anlass zum Optimismus. So stieg der Umsatz der McLaren-Gruppe im ersten Halbjahr 2021 um 110,5 Prozent auf 359,6 Millionen Pfund. Darin spiegele sich das Comeback aus den Einbußen durch die Corona-Krise wider, heißt es im Finanzbericht des Unternehmens . Den Vorsteuerverlust konnte McLaren demnach von 214,4 Millionen Pfund im ersten Halbjahr 2020 auf 12,4 Millionen Pfund in den ersten sechs Monaten dieses Jahres reduzieren.

cr
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