Mittwoch, 11. Dezember 2019

Kostensenkung BMW-Mitarbeiter sollen mit zwei Tagen weniger Urlaub Millionen sparen

BMW-Arbeiter im Werk Dingolfing: Die Bayern wollen ihren Mitarbeitern Teile der bezahlten Pause nicht mehr vergüten

BMW will ab 2015 in seinen deutschen Werken rund 100 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Dazu sollen Sonderleistungen wie bezahlte Pausenzeiten gekürzt werden. In BMWs größter Fabrik läuft das auf zwei Tage weniger Urlaub pro Mitarbeiter hinaus.

Hamburg - An dieser Nachricht haben wohl viele BMW-Mitarbeiter zu schlucken: Trotz hoher Gewinne will der bayerische Autohersteller in seinen deutschen Werken die Kosten drücken - und plant dabei Einschnitte bei bezahlten Pausenzeiten. Wie der "Münchner Merkur" berichtet, will BMW Börsen-Chart zeigen seine Personalkosten in den deutschen Werken ab 2015 um 100 Millionen Euro senken.

Dafür sollen Sonderleistungen wie bezahlte Erholungs- und Brotzeitpausen reduziert oder gestrichen werden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Arbeitnehmervertreter. Hintergrund für das Sparprogramm ist die Frage, welche der bayerischen Werke aus Unternehmenssicht attraktiv genug seien, um beim Bau künftiger BMW-Modelle zum Zuge zu kommen.

Das Werk in Regensburg soll jährlich 15 Millionen Euro weniger für Mitarbeiter ausgeben, das Münchner Stammwerk soll seine Personalkosten um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag reduzieren, heißt es in dem Bericht.

Der höchste Sparbeitrag soll von BMWs weltweit größtem Werk in Dingolfing kommen, in dem im vergangenen Jahr 342.000 Fahrzeuge der BMW-Baureihen 3er, 4er, 5er, 6er und 7er produziert wurden. Rund 37 Millionen Euro sollen dort ab 2015 jährlich eingespart werden, bestätigten Arbeitnehmervertreter gegenüber manager magazin online. "Das ist der aktuelle Diskussionsstand".

Kürzung von Sonderleistungen statt Arbeitsplatzabbau

Arbeitsplätze will BMW in dem Dingolfinger Werk allerdings keine abbauen, hieß es. Stattdessen tastet sich der Konzern an die Kürzung von Sonderleistungen heran. So sollen Teile von bislang bezahlten Pausen nicht mehr vergütet werden. Die 30-minütige Mittagspause war schon bisher unbezahlt. Allerdings standen den Arbeitern am Band täglich zwei fünfzehnminütige Erholungspausen zu, die zur bezahlten Arbeitszeit zählten.

Hier plant die BMW-Führung moderate Einschnitte. So diskutieren Arbeitgeber und Arbeitnehmerseite Betriebsratskreisen zufolge darüber, täglich zehn Minuten dieser Pausen nicht mehr zu bezahlen. Die Pausenzeiten will BMW nach Informationen von manager magazin online allerdings nicht kürzen.

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