Neue Bedingungen der PSA-Fusion Fiat Chrysler kürzt die Sonderdividende zur Fusion

Fiat Chrysler und Peugeot haben die Bedingungen ihrer Megafusion angepasst. Die Fiat-Aktionäre bekommen deutlich weniger Dividende als zunächst versprochen. Dafür wird der Anteil der Franzosen am Zulieferer Faurecia auf alle verteilt.
Fiat-Marken: Weniger Cash für die FCA-Aktionäre, mehr für das zukünftige Unternehmen

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Foto: MARCO BERTORELLO/ AFP

Der Autobauer Fiat Chrysler schüttet seinen Aktionären vor der Fusion mit der Opel-Mutter PSA zum neuen Konzern Stellantis angesichts der Corona-Krise weniger Geld aus. Die Sonderdividende werde bei 2,9 Milliarden Euro liegen, kündigten die Autokonzerne am Montagabend an. Zuvor waren 5,5 Milliarden Euro angekündigt worden. Der Aktienkurs  reagierte am Dienstag trotz der geringeren Aussicht auf Bares mit einem Gewinn von 7 Prozent bis zum Mittag.

Fiat-Chrysler-Chef Mike Manley (56) nannte den Schritt "ein weiteres, starkes Signal der gemeinsamen Entschlossenheit sicherzustellen, dass Stellantis alle Mittel bekommt, die es braucht". So würden die Cash-Reserven im Unternehmen bleiben. "An diesem neuen, entscheidenden Meilenstein bewegen wir uns alle zusammen in der bestmöglichen Verfassung zu unserem Ziel", erklärte sein Kollege Carlos Tavares (62) von PSA, der Stellantis nach der Fusion leiten soll.

Der 46-prozentige Anteil von PSA am Autozulieferer Faurecia werde an alle Aktionäre des fusionierten Konzerns ausgeschüttet werden, wurde zugleich verkündet. Bisher hatte der französische Fusionspartner geplant, diese Beteiligung nur an die Altaktionäre von PSA abzugeben und ohne Faurecia-Anteile in Stellantis aufzugehen.

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Beide Konzerne werden ihren Aktionären möglicherweise je eine halbe Milliarde Euro vor der Fusion oder zusammen eine Milliarde Euro nach der Fusion ausschütten, dies hänge aber von Faktoren wie dem Abschneiden der Konzerne und der Marktlage ab.

PSA und Fiat Chrysler hatten ihren damals mit 50 Milliarden Euro bewerteten Zusammenschluss zum weltweit viertgrößten Autokonzern im vergangenen Herbst angekündigt. Die Sonderdividende war so berechnet worden, dass beide Partner mit ungefähr gleich großen Anteilen in eine gleichberechtigte Fusion gehen. Analysten hatten schon länger spekuliert, dass diese Auszahlung korrigiert werden könnte, um das Projekt über die Corona-Krise zu retten. Um die Balance zu wahren, kommt Faurecia wiederum ins Spiel. Der Deal soll im ersten Quartal 2021 abgeschlossen werden - vorbehaltlich der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden wie die EU-Kommission, die weitere Korrekturen verlangen könnte.

ak/dpa-afx/reuters