Autotochter gegründet Smartphoneriese Xiaomi treibt E-Autopläne voran

Der chinesische Smartphonebauer Xiaomi hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, künftig auch Elektroautos herstellen zu wollen. Mit der Gründung eines Auto-Tochterunternehmens geht Xiaomi nun einen Schritt weiter.
Neue Produkte: Im Smartphonemarkt ist Xiaomi bereits die Nummer zwei in der Welt - jetzt will Konzernchef Lei Jun auch noch ins Geschäft mit Elektroautos einsteigen

Neue Produkte: Im Smartphonemarkt ist Xiaomi bereits die Nummer zwei in der Welt - jetzt will Konzernchef Lei Jun auch noch ins Geschäft mit Elektroautos einsteigen

Foto: Ng Han Guan/ AP

Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi, Nummer zwei auf dem Weltmarkt, will kommt bei seinen Plänen, künftig auch Elektroautos herzustellen, offenbar voran. Die Tochterfirma Xiaomi Auto sei am Mittwoch offiziell eingetragen worden, schrieb Konzernchef Lei Jun (51) im Nachrichtendienst Weibo. Das Startkapital betrage zehn Milliarden Dollar (8,5 Milliarden Euro).

Xiaomi hatte den Einstieg ins Elektroautogeschäft bereits im Frühjahr angekündigt. Im Juli schaltete das Unternehmen Stellenanzeigen für rund 500 Ingenieure in China. Firmenchef Lei Jun nannte am Mittwoch aber kein Datum für einen möglichen Produktionsbeginn.

In China gibt es bereits dutzende E-Autobauer, die am Boom der Elektroautos auf dem größten Automarkt der Welt teilhaben wollen. Peking will aus Klimaschutzgründen den Anteil von E-Autos bis 2025 auf 25 Prozent bringen.

Xiaomi verhandelt seit August mit der Gruppe Evergrande über deren Tochter Evergrande Auto. Die Gruppe ist hoch verschuldet. Evergrande Auto allerdings hat seit der Gründung 2019 noch kein Fahrzeug verkauft und hat im ersten Halbjahr einen Verlust von umgerechnet 640 Millionen Euro geschrieben.

Für Xiaomi läuft indes auch das Smartphone-Geschäft weiter rund. Der Konzern hat im zweiten Quartal den Marktbeobachtern von Gartner zufolge mehr Smartphones als Apple verkauft und damit den iPhone-Hersteller vom zweiten Platz im globalen Herstellerranking verdrängt. Dank der globalen Expansion und einer stärkeren Online-Präsenz habe Xiaomi 51 Millionen Geräte veräußert und damit rund 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte Gartner am Mittwoch unter Berufung auf eigene Erhebungen mit. Apple kam demnach von April bis Juni auf knapp 49,3 Millionen iPhones. Das entsprach einem Marktanteil von 15 Prozent, während Xiaomi bei 15,5 Prozent lag.

Marktführer Samsung Electronics aus Südkorea büßte zwar wegen Lieferengpässen und Produktionsschwierigkeiten etwas ein, fand sich aber mit 57,7 Millionen Geräten und einem Marktanteil von 17,6 Prozent unangefochten an der Spitze wieder.

Laut Gartner wurden im zweiten Quartal weltweit 328,8 Millionen Smartphones veräußert und damit fast 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem die starke Nachfrage nach 5G-Geräten habe zu dem Plus beigetragen, sagte Gartner-Experte Anshul Gupta.

cr/ AFP, Reuters
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