Daimler baut Kleinwagen künftig in China Smart Exit

Daimler will den Smart-Zweisitzer künftig nur noch in China produzieren, gemeinsam mit Partner Geely. Das Smart-Stammwerk im französischen Hambach wird verkauft.
Abschied vom Stammwerk: Das Smart-Werk in Hambach wird verkauft, Daimler verlagert die Produktion nach China

Abschied vom Stammwerk: Das Smart-Werk in Hambach wird verkauft, Daimler verlagert die Produktion nach China

Foto: VINCENT KESSLER/ REUTERS

Der Smart wird zur Partnersache: Der Autobauer Daimler trimmt sein weltweites Netz von Produktionsstandorten auf mehr Effizienz und will dafür das Werk im französischen Hambach verkaufen, in dem derzeit der aktuelle Smart-Zweisitzer gebaut wird. Der Konzern muss schon wegen der hohen Kosten für Digitalisierung und den Wandel der Branche zur Elektromobilität kräftig sparen. Nun komme noch die Corona-Pandemie dazu, die zu neuen Rahmenbedingungen im Markt führe - "und in diesem Zusammenhang optimieren wir unser globales Produktionsnetzwerk", sagte Vorstandschef  Ola Källenius  (51) am Freitag . "Deswegen beabsichtigen wir, Gespräche über den Verkauf des Werks Hambach aufzunehmen." Im ersten Quartal 2020 war das Konzernergebnis  auf nur noch 168 Millionen Euro abgestürzt, nach 2,1 Milliarden im Vorjahresquartal.

An dem Standort unweit der Grenze zu Deutschland sind 1600 Mitarbeiter beschäftigt. Daimler  will den Zweisitzer von der nächsten Modellgeneration an zusammen mit seinem Großaktionär Geely in China produzieren - als Elektrowagen. Die beiden Konzerne hatten dazu gemeinsam ein neues Unternehmen gegründet, um der Marke nach vielen verlustreichen. Jahren eine Perspektive zu geben. Hambach hätte laut früheren Ankündigungen im Gegenzug einen Kompaktwagen aus der neuen Elektro-Modellreihe EQ von Mercedes-Benz bekommen sollen - doch nun steht das Werk zum Verkauf.

Smart-Viersitzer werden von Renault in Slowenien gebaut

Angaben zu einem Zeitplan für die Verkaufsgespräche machte Daimler nicht. "Ein wichtiges Ziel ist für uns, die Zukunft des Standortes zu sichern", sagte Produktionsvorstand Markus Schäfer (55). "Weitere Prämisse: Die aktuellen Smart-Modelle sollen weiter in Hambach produziert werden." Mehr als zwei Millionen Smart-Zweisitzer sind dort bis heute vom Band gelaufen. Die viersitzigen Modelle werden ebenfalls nicht mehr von Daimler gebaut, sondern von Kooperationspartner Renault in seinem Werk in Slowenien.

Daimler hat derzeit, wie alle Autohersteller, mit den drastischen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. Der Absatz brach ein, wochenlang standen Teile der Produktion still, der Gewinn stürzte ab. Kommende Woche steht die Hauptversammlung an, zwei Wochen darauf legt der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal vor. Der geplante Verkauf des Werks in Hambach werde darin bei der Mercedes-Benz AG mit einem negativen Sondereffekt in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe zu Buche schlagen, kündigte Daimler an.

la/dpa
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