Vater kontrolliert Söhne Investoren kritisieren Generationswechsel bei Sixt

50 Jahre stand Erich Sixt an der Spitze seiner Autovermietung - heute hielt er seine letzte Rede als CEO. Sixt übergibt das Zepter an seine Söhne und wechselt in den Aufsichtsrat - worüber Aktionäre die Nase rümpfen.
Wie der Vater, so die Söhne: Erich Sixt (Mitte) macht an der Spitze der Autovermietung Platz für seine Söhne Alexander (l.) und Konstantin

Wie der Vater, so die Söhne: Erich Sixt (Mitte) macht an der Spitze der Autovermietung Platz für seine Söhne Alexander (l.) und Konstantin

Foto: Peter Kneffel / dpa

Letzter Auftritt für Erich Sixt als Vorstandschef der gleichnamigen Autovermietung. Der 76-Jährige sprach am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Im Anschluss an die Veranstaltung wechselt Sixt nach 50 Jahren als CEO an die Spitze des Aufsichtsrats. Co-Vorstandschefs werden seine Söhne Alexander (42) und Konstantin (38).

Bei den Aktionären sorgte die innerfamiliäre Personalrochade für einige Kritik. Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger fragte, ob es sinnvoll sei, dass der Vater künftig seine Söhne beaufsichtige. Alexander Sixt sagte: "Unser Vater ist unser allerstrengster Kritiker."

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte, der direkte Wechsel vom Vorstands- in den Aufsichtsratsvorsitz lasse ihr eigentlich die Haare zu Berge stehen. Aber angesichts seines Lebenswerks gebe sie ihm einen Vertrauensvorschuss und stimme seiner Wahl in den Aufsichtsrat zu.

Hintergrund: Die Familie Sixt hält 58 Prozent der stimmberechtigten Aktien an der Sixt SE . Alexander und Konstantin Sixt gehören seit 2015 dem Vorstand an. Als Co-Vorstandsvorsitzende wollen sie das Geschäft im großen US-Markt weiter ausbauen und die Vernetzung von Autovermietung, Car-Sharing und Auto-Abo vorantreiben.

In seiner letzten Rede ging Erich Sixt auf die Geschäftslage seines Unternehmens ein. Deutschlands größter Autovermieter erwartet demnach in den Sommermonaten ein starkes Geschäft, will aber noch keine Jahresprognose wagen. In den USA sei die Nachfrage schon im März explosionsartig angesprungen und sei jetzt bereits fast auf dem Niveau von 2019, sagte Sixt. Auch in Europa belebe sich das Geschäft. "Wenn es so weitergeht, werden wir einen sehr erfreulichen Sommer haben", so Sixt. "Aber wir sind gebrannte Kinder."

Nach dem Aufschwung im Sommer 2020 sei das Geschäft wegen der dritten Corona-Welle im Winter wieder zusammengebrochen, im ersten Quartal machte Sixt Verlust. Heute "sind wir eher am Ende des Tunnels", aber "noch ist die Corona-Krise nicht überwunden", sagte Sixt. Eine Prognose sei unmöglich. Aber "wenn die Lufthansa Jumbos nach Mallorca schickt, sieht man, wo die Reise hingeht". Die Menschen wollten wieder reisen, Sixt stocke seine stark verkleinerten Autoflotten wieder auf, die Preise könnten deutlich steigen.

cr/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.