Verstoß gegen Auflagen SEC mahnt Tesla ab, Musk droht Ärger wegen Tweets

Der Konflikt zwischen Elon Musk und der US-Börsenaufsicht SEC kochte vor zwei Jahren hoch, seitdem schien es ruhig. Doch jetzt stellt sich heraus: Hinter den Kulissen wird kräftig weiter gestritten.
Twitter-Fan: Elon Musk vor wenigen Tagen bei einem Besuch der Tesla-Baustelle in Grünheide bei Berlin

Twitter-Fan: Elon Musk vor wenigen Tagen bei einem Besuch der Tesla-Baustelle in Grünheide bei Berlin

Foto: MICHELE TANTUSSI / REUTERS

Seine Leidenschaft für den Kurznachrichtendienst Twitter hat Tesla-Chef Elon Musk (49) bereits viel Ärger eingebracht. Bisheriger Höhepunkt: 2018 ließ die US-Börsenaufsicht SEC dem Multimilliardär gerichtlich vorschreiben, dass er seine Tweets vor der Veröffentlichung von Teslas Anwälten checken lassen muss. Wie sich jetzt herausstellt, herrscht seither keineswegs Ruhe und Frieden zwischen den Börsenaufsehern und dem Tesla-Chef. Vielmehr hat die SEC Musks Unternehmen in den vergangenen Monaten wiederholt schriftlich abgemahnt, weil die vorgeschriebene Kontrolle der Tweets offensichtlich nicht stattgefunden habe.

Die SEC habe sich zweimal schriftlich an Tesla gewandt, weil Kurznachrichten von Musk auf Twitter nicht vorab von Anwälten gecheckt worden seien, berichtet das "Wall Street Journal" . Dabei geht es der Zeitung zufolge um Tweets, in denen sich Musk über die Produktionsvolumina von Solardächern seines Unternehmens sowie zu Teslas Aktienkurs äußerte. "Tesla hat die Pflichten, die ihm vom Gericht auferlegt wurden, nicht erfüllt", zitiert das "WSJ" aus einem SEC-Schreiben, das von Steven Buchholz, einem Offiziellen der Behörde mit Sitz in San Francisco, unterzeichnet worden sei.

Im Einzelnen geht es laut "WSJ" um diese beiden Tweets von Elon Musk aus den Jahren 2019 und 2020:

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Hintergrund des Streits ist die Tatsache, dass Musk häufig kursrelevante Informationen auf Twitter postet. Dabei ist der Kurznachrichtendienst zum einen nicht der übliche Kanal für solche Informationen. Zum anderen ist bei Musks Mitteilungen nicht immer klar, wie valide die Informationen tatsächlich sind.

Die Zweifel daran basieren vor allem auf einem berühmt gewordenen Tweet Musks aus dem Jahr 2018, mit dem der Streit zwischen dem Tesla-Chef und der SEC seinen Anfang nahm. In der Kurznachricht stellte Musk einen Börsenrückzug seines Unternehmens in Aussicht, versehen mit der Bemerkung, die Finanzierung für diese Transaktion sei gesichert ("funding secured").

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Später stellte sich heraus, dass die Informationen in die Irre führten. Den darauffolgenden Streit mit der SEC legte Musk bei, indem er - ebenso wie auch Tesla - 20 Millionen Dollar Bußgeld zahlte und seinen Posten an der Spitze von Teslas Verwaltungsrat abgab. Zudem musste er besagte gerichtliche Anordnung hinnehmen, wonach Anwälte vorab auf seine Tweets zu schauen hätten.

Dabei sind die Aufseher von der SEC keineswegs die einzigen, die Musk mit seinem Twitter-Verhalten gegen sich aufbringt. Auch Investoren regen sich regelmäßig auf, wenn Musk per Twitter den Aktienkurs des Elektroautobauers unter Druck setzt. Im März dieses Jahres wurde beispielsweise bekannt, dass Chase Gharrity, ein Tesla-Investor, Musk wegen "erratischer" Twitter-Nachrichten verklagt hat, weil diese Nachrichten das Unternehmen angeblich hohen juristischen Risiken und milliardenschweren Kursverlusten aussetzten.

Ein Beispiel: Im Mai 2020 ließ Musk Teslas Aktien mit einer Reihe sonderbarer Tweets an einem einzelnen Handelstag um mehr als 10 Prozent fallen. Damals schrieb er unter anderem, dass er den Börsenwert des Unternehmens für zu hoch halte, und kündigte an, sich von fast allem physischen Besitz trennen zu wollen.

Weitere ungezügelte Tweets von Musk könnten heftige Konsequenzen für die künftigen Finanzierungsmöglichkeiten von Tesla haben, so Gharrity in der 105 Seiten langen Klageschrift, die vom zuständigen Gericht im US-Bundesstaat Delaware veröffentlicht wurde.

cr