Mittwoch, 13. November 2019

Kurzarbeit allein reicht nicht Schaeffler verkürzt in der Krise die Arbeitszeit auf 35 Stunden

Schaeffler-Produktionsstätte in Herzogenaurach (Bayern)
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Schaeffler-Produktionsstätte in Herzogenaurach (Bayern)

Der von der Konjunkturflaute getroffene fränkische Autozulieferer Schaeffler muss seinen Krisenplan ausweiten: Vom 1. Dezember an sollen die Verträge von Mitarbeitern, deren Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden erhöht wurde, wieder auf die tariflich vereinbarte 35-Stunden-Woche zurückgeführt werden, sagte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch in Herzogenaurach. Zuerst hatte das Portal BR24.de darüber berichtet.

Dies gelte für erste Unternehmensbereiche, anschließend solle über die gleiche Maßnahme in weiteren Bereichen entschieden werden. Schaeffler-Standorte ohne Tarifbindung sowie der Standort Bühl, wo ein anderer Tarifvertrag gelte, seien ausgenommen. Zusätzlich werde im Werk Erlangen-Frauenaurach von September an für 250 der 500 dort beschäftigten Mitarbeiter die Kurzarbeit beginnen.

Schaeffler leidet als Zulieferer unter dem Produktionsrückgang in der Automobilbranche und unter dem technologischen Veränderungsdruck vom Verbrenner zu alternativen Antrieben. Bereits im März hatte das Unternehmen einen Krisenplan vorgestellt, der unter anderem die Möglichkeit von Kurzarbeit und zusätzliche Schließtage an sogenannten Brückentagen vorsieht.

"Ziel der gesamten Maßnahmen ist es weiterhin, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", sagte die Sprecherin. Die auf 35 Stunden reduzierten Verträge könnten bei besserer wirtschaftlicher Lage in Absprache von Arbeitnehmern und Arbeitgeber wieder angehoben werden.

Schaeffler beschäftigt nach eigenen Angaben an 170 Standorten in 50 Ländern rund 92.000 Menschen. Das Unternehmen hatte vor kurzem seine Prognose für Umsatz und Gewinn für das laufende Jahr senken müssen. Beim Umsatz rechnet Schaeffler währungsbereinigt mit einem Abschluss um das Vorjahresniveau von 14,2 Milliarden Euro und einer Marge beim Betriebsergebnis (Ebit) von 7 bis 8 Prozent. 2018 war noch eine Marge von 9,7 Prozent erreicht worden.

rei/dpa

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