Donnerstag, 27. Juni 2019

Preisdruck im Autogeschäft belastet Zulieferer Schaeffler streicht 950 Stellen

Schaeffler-Konzernzentrale in Herzogenaurach

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler will weltweit 950 Stellen abbauen. Etwa 450 davon befänden sich in Deutschland, teilte der Konzern am Montag in Herzogenaurach mit. Die Arbeitsplätze sollen in den kommenden drei Jahren im Zuge des Konzernumbaus wegfallen - der gleichwohl nicht so radikal ausfällt wie bei der Beteiligung Continental.

"Betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen sind nicht geplant", sagte Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur. Der Abbau werde sozialverträglich gestaltet - durch natürliche Fluktuation, Altersteilzeit, Aufhebungsverträge oder die Vermittlung auf andere Posten. Welche Standorte bis 2021 betroffen seien, blieb zunächst offen.

Der Schritt soll bis zu 60 Millionen Euro einsparen. Dem stünden einmalige Restrukturierungskosten in Höhe von 50 Millionen Euro gegenüber, hieß es in der Mitteilung.

Die Neuausrichtung sei die erste Maßnahme im Rahmen der erst kürzlich mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall unterzeichneten Zukunftsvereinbarung. "Es geht hier nicht um einen harten Restrukturierungsschritt, sondern um die Weiterentwicklung der Organisationsstruktur", betonte Rosenfeld.

Sinkende Preise im Autozuliefergeschäft

Ziel sei es vor allem, die Werke näher an das Geschäft zu führen, Doppelstrukturen abzubauen und die interne Effizienz zu erhöhen. "Das heute bekannt gegebene Vorhaben ist ein wichtiger Schritt, die Transformation der Schaeffler Gruppe weiter voranzutreiben." Für Schaeffler arbeiten weltweit rund 91.000 Menschen.

Der Konzern hat zu Jahresbeginn den starken Euro und den Preisdruck im Autogeschäft zu spüren bekommen. Der Umsatz ging im ersten Quartal wegen Wechselkurseffekten um 0,6 Prozent auf 3,55 Milliarden Euro zurück, wie das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Ohne Währungseffekte wäre der Erlös dank höherer Mengen in den Sparten Auto- und Industriezulieferung um insgesamt 3,9 Prozent geklettert.

In der Autozuliefersparte ging wegen schlechterer Verkaufspreise, Währungseffekten und höherer Vorleistungen für die Elektromobilität das operative Ergebnis zurück, was auch auf Konzernebene belastete. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank insgesamt um gut 10 Prozent auf 391 Millionen Euro. Unter dem Strich fiel der Nettogewinn mit 240 Millionen Euro gut 14 Prozent geringer aus. Die Konzernprognosen bestätigte das Management jedoch, die Ergebnisse fielen auch in etwa wie am Markt erwartet aus.

Die Haupteigentümer Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler stehen im aktuellen manager-magazin-Ranking der reichsten Deutschen auf Platz 3.

ak/dpa-afx

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