Bestechungsvorwürfe im Türkei-Geschäft Schaeffler scheitert mit Klage gegen Ex-Chef Geißinger

Maria-Elisabeth Schaeffler: Ihr aktueller CEO und ihr Ex-CEO streiten sich vor Gericht.

Maria-Elisabeth Schaeffler: Ihr aktueller CEO und ihr Ex-CEO streiten sich vor Gericht.

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Das Arbeitsgericht Würzburg hat eine Schadenersatzklage von Schaeffler gegen acht ehemalige Führungskräfte abgewiesen. Die Ansprüche seien verjährt oder verwirkt, hieß es am Mittwoch vor der Kammer in Schweinfurt zur Begründung. Der fränkische Industriezulieferer aus Herzogenaurach hatte die Ex-Manager um den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Geißinger verklagt, weil sie verbotene Schmiergeldzahlungen veranlasst hätten, für die das Unternehmen jetzt Strafe zahlen müsse. Das Verfahren hatte einen Streitwert von insgesamt 62,5 Millionen Euro.

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Konkurrenz auszuspähen. Die Richter werteten ein Gespräch des Schaeffler-Compliance-Beauftragten mit Finanzvorstand Klaus Rosenfeld im Oktober 2011 als Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Kenntnis von diesen illegalen Zahlungen erhalten habe. Dennoch habe Schaeffler die Manager erst Anfang dieses Jahres, also mehr als vier Jahre später, verklagt. Sämtliche Ansprüche des Unternehmens seien deshalb verjährt oder durch Untätigkeit verwirkt. Rosenfeld ist inzwischen Vorstandschefs des Konzerns, der auch Hauptaktionär des Dax-Unternehmens Continental ist.

Dennoch könnten einigen Managern strafrechtliche Konsequenzen drohen. Die Staatsanwaltschaft Würzburg führt ein Ermittlungsverfahren wegen der Schmiergelder. Geißinger

Im Verfahren um Schadenersatz hatte Geißinger bestritten, von den Zahlungen gewusst zu haben. Dies sei nicht glaubwürdig, stellte Richter Frank Bechtold am Mittwoch fest. Er bescheinigte dem von der Unternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler kontrollierten Unternehmen "ein von Schmiergeldern und Bestechung geprägtes Geschäftsmodell in der Türkei" vor 2011. "Niemand kann sich dadurch entlasten, dass er bewusst die Augen verschließt." Gegen das Urteil kann Schaeffler Berufung beim Landesarbeitsgericht Nürnberg einlegen.

dpa-afx, soc